Die Greiner Sommerfestspiele begehen heuer ihr 50-jähriges Jubliäum. Die erste Premiere fand im Sommer 1964 statt: "Das Glas Wasser" von Eugène Scribe. Ein verzweifelter Kampf um die Geldmittel war vorausgegangen, doch wurde die Mühe durch den Erfolg der Aufführung belohnt. Premiere auf Premiere folgte, aber auch Schwierigkeit auf Schwierigkeit. Nach dem Sommer 1985 stieg Mitbegründerin Hilde Günther aus. Ab nun war Michael Gert der alleinige Prinzipal, wie er genannt wird. Er trotzte allen Widrigkeiten und leitet bis heute im 1791 entstandenen Greiner Stadttheater eines der ältesten Sommerspielunternehmen.

Unverwüstliche Komödie


Und in jedem Jahr trat er auch als Schauspieler auf, erfolgreich und beklatscht. Das Beste hob er sich allerdings zum Jubiläum auf: Lessings unverwüstliche Komödie "Minna von Barnhelm" wurde unter der einfühlsamen Regie von Fritz Holy zur darstellerischen Kostbarkeit.

Rundum turbulentes Treiben und einige Augenblicke wunderbare Stille: Gertraud Frey erzählt in der kurzen Szene der "Dame in Trauer" durch ihr schlichtes, beseeltes Spiel mehr über Tellheims Charakter, als es der Darsteller des unleidigen Sturkopfs (hier John Fricke) je selbst tun könnte. Ihm gegenüber eine reizende Minna (Fabienne Küther), eine temperamentvolle Franziska (Anna Dangel), ein komischer Wirt (Josef Pechhacker), ein sympathischer Just (Erwin Bail), ein liebenswerter Werner (Andreas Roder). Alles in allem: eine erfreuliche Aufführung zu einem erfreulichen Anlass.