Es ist nicht wirklich zu verstehen, warum die Frauen ihn so umschwärmen. Denn er ist ein echter Ungustl, wie man sagt, dieser Robert Sachte, Schriftsteller von Beruf und ein Egozentriker reinsten Wassers; für ihn gibt es nur einen Mittelpunkt: ihn selbst. Die erste Boulevardkomödie von Susanne Felicitas Wolf setzt sich augenzwinkernd mit dem Phänomen Beziehung auseinander und der Möglichkeit oder Unmöglichkeit, sie – in einer für alle Beteiligten befriedigenden Form – zu leben.

"Liebling, ich zieh ein" kam jetzt in der Freien Bühne Wieden zur Uraufführung in einer gekonnt durchgestylten Inszenierung von Marcus Strahl. Zwei Dinge sind es, die den Abend so reizvoll machen: das Teamwork und die minutiöse Darstellung bis hin zur Minirolle des durch das Geschehen leicht verwirrten Spediteurs (Denny Wagner). Brillant ist Eva-Christina Binder als Ex des Schriftstellers (intensiv Felix Kurzmayer), die alles tut, um ihm das Leben so schwer und sich so leicht als möglich zu machen. Sehr berührend ist Leila Strahl als die aktuelle Partnerin, die sich tapfer durchkämpft, um ihrer Liebe eine reale Chance zu geben. Das Tüpfelchen auf dem i ist Kerstin Raunig als "Seitensprung mit Folgen". Bühnenbild (Erwin Bail/Marcus Strahl) und Kostüme (Babsi Langbein/Ensemble) unterstützen die komödiantischen Leistungen des Abends bestens.