(vf) Beschwingt und leichten Mutes mit der Handschrift Vivienne Westwoods: Das sind jene Eigenschaften, die die Balletteinlagen des Neujahrskonzerts am treffendsten zusammenfassen. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Wie schon im Vorjahr changiert der britische Choreograf Ashley Page zwischen Eleganz und karnevaleskem Humor: Der Walzer "Die Romantiker" von Joseph Lanner schwingt durch das barocke Palais Liechtenstein mit den Staatsballett-Solisten in opulenten Tüllroben, die wenig den sonst so zarten Figürchen schmeicheln. Die Modeschöpferin Vivienne Westwood hat den Kleidern eine opulent-elegante Note verliehen, die mit Pages neoklassischem Stil einmal mehr aufblüht.

Einen krassen Gegensatz dazu zeigt die Pizzicato-Polka von Léo Delibes: In Schottenröckchen - mit kessem Tüll - hält der Fasching Einzug im Neujahrskonzert. Und dies nicht nur aufgrund der frechen Kostüme, sondern auch dank der zwar simplen, aber humorigen Choreografie. Der "Donauwalzer" wurde hingegen von einem heimischen Turniertanzpaar live im Musikverein harmonisch, jedoch in der üblichen Showtanz-Manier interpretiert.