Wie hätten Sie’s denn gern: Daumenschrauben oder Bastonade? Das tat schon richtig weh, mit welcher Inbrunst der böse Baron Scarpia unter dem Deckmantel kirchenstaatsmännischer Last egoistische Missetaten vollziehen ließ; was für ein Schuft da die arme Floria Tosca bedrängte.

Eigentlich widmet sich Puccinis "Tosca" ja dem Leben, Lieben und Sterben dieser schönen Sängerin. Die hatte es - in Gestalt der herrlich reifen, schauspielerisch überzeugenden Martina Serafin - jedoch nicht leicht neben dem Debüt des großen Bryn Terfel. Sein Scarpia war schlicht zum Staunen. Allein der Wahnsinn, den die Augen zu Beginn des zweiten Aktes ausstrahlten: Da musste Terfel, erstmals seit sieben Jahren an der Wiener Staatsoper, keineswegs mit voller Klanggewalt aufdrehen; er versah die Rolle des Bösewichts lieber mit dem für den Sänger bekannten, changierend unterschwelligen Spiel im sachten Bereich.

Beglückendes Wiedersehen


Die Macht der leisen Töne hätte auch Massimo Giordanos Cavaradossi gut getan. Seine Pianostellen in der Mittellage konnten berühren; je höher und lauter er sang, desto angespannter wurde die Stimme. Das "Dolci mani"-Schlussduett mit Tosca wurde jedenfalls ein berührender Höhepunkt.

Dank Publikumslieblingen wie Janusz Monarcha, Alfred Sramek und Walter Fink wurde der Abend zum beglückenden Wiedersehen unter Freunden. Auch im Orchestergraben arbeitete ein logischer Musizierpartner für Terfel: Paolo Carignani holte alles aus dem Orchester heraus; Bläser wie Streicher erfüllten Puccinis Meisterwerk mit hohem Niveau.

Oper

Tosca

Wiener Staatsoper

Wh.: 22. Jänner