Und da regt er sich schon wieder furchtbar auf, der Herr Seidl. - © Ernesto Gelles
Und da regt er sich schon wieder furchtbar auf, der Herr Seidl. - © Ernesto Gelles

Wenn Sie Gery Seidl einmal begegnen sollten, bringen Sie ihn bloß nicht in Rage. Weil wenn der Herr Seidl in ihm – seine innere Stimme – aufbegehrt, geht es rund. Da wird sich aufgeregt über alles und jeden. Obwohl, genau das macht eigentlich den Reiz aus im neuen Soloprogramm des Kabarettisten, der mit "Bitte. Danke." eindrucksvoll beweist, warum ihn manche schon zu den besten des Landes zählen. Die Standing Ovations bei der Premiere sind absolut verdient.

Dabei beginnt alles ganz harmlos, mit einer etwas skurrilen Frage zum Thema "Was macht ein Hund im Teilchenbeschleuniger?" Und: "Ist dem Dackel eine Zeitreise wurscht?" Die Antwort: Dem Dackel ist es wurscht. Aber nur dem Dackel. Dem Seidl allerdings ist gar nichts wurscht. Weder im Beziehungs- und Familienleben noch im Supermarkt am Joghurtregal oder beim Mittagessen auf Facebook. Und so wird aus dem von ihm versprochenen "gemütlichen gemeinsamen Abend" ein sehr unterhaltsamer, aber auch etwas nachdenklicher.

Zwängler auf dem Mountainbike
Und Seidl wäre nicht Seidl, wäre er nicht mit Leib und Seele (die er sich aus selbigem schreit) dabei. Und ließe er nicht auch ein bisschen den Zwängler raushängen, was ihn wiederum in verschiedene peinliche Situationen bringt, die er mit Selbstironie ausweidet. Genau die macht ihn so sympathisch. Und seine Coolness, die gleichzeitig im Minutentakt durchbrochen wird, etwa wenn er live auf der Bühne ohne Radl einen Mountainbike-Parcour runterhechelt (mit einem fiktiven Gastauftritt von Tom Turbo). Oder den Umzug mit seiner geliebten Ehefrau ins ungeliebte Waldviertel  Revue passieren lässt. Da erweist sich Seidl auch als ein Meister der packenden, absurden Erzählung. Vor allem, weil er dabei so schön grantig wird.

Kabarett
Gery Seidl: Bitte. Danke.
Termine
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