Das Nederlands Dans Theater 2 zeigt die Österreichpremiere von "Sara/Shutters Shut/Cacti/B.R.I.S.A". - © Rahi Rezvani
Das Nederlands Dans Theater 2 zeigt die Österreichpremiere von "Sara/Shutters Shut/Cacti/B.R.I.S.A". - © Rahi Rezvani

Frühlingsbeginn der tänzerischen Art: Das Festspielhaus Bregenz zeigt von 21. März bis zum 23. Mai im Rahmen des Tanzfestivals Bregenzer Frühling zeitgenössische Performances von renommierten Choreografen: Mit seinem bislang persönlichsten Werk "Desh" eröffnet am 21. März der indische Tänzer und Choreograf Akram Khan das Festival. Akram Khan gilt als Meister des nordindischen Tanzstils Kathak, den er auf virtuose Weise mit europäischen Tanzformen verbindet. Er entführt damit das Publikum in einen Kosmos, der sich aus vielen Facetten eines Landes, vielen Geschichten und vielen Schicksalen zusammensetzt. In "Desh" - dies bedeutet auf Bengali "Heimatland" - erzählt er von der Suche nach einer Balance in einer unsicheren Welt.

Komplexes Performance-Puzzle


Hochenergetischen Tanz und kraftvolle Live-Musik lässt der gebürtige Israeli und Shootingstar der Londoner Tanzszene Hofesh Shechter in "Political Mother" aufeinandertreffen. Das Ergebnis ist ein intensives und atmosphärisch dichtes Werk, ein komplexes Puzzle aus traurigen, amüsanten und schockierenden Szenen, eine surreale Bilder-Kette von zwischenmenschlichen Begegnungen.

Im Werk Sidi Larbi Cherkaouis spielen Duette eine wichtige Rolle. Zusammen mit Akram Khan tanzte er "zero degrees" und mit María Pagés "Dunas". Doch er entwickelte ferner Pas de deux’ für seine Tänzer. "4D" ist eine Folge von vier seiner besten, die im März 2013 entstanden sind.

Es ist ihre Professionalität, die das Nederlands Dans Theater 2 verkörpert und die sie stilistisch unverwechselbar macht. Die vier Choreografien - "Sara/Shutters Shut/Cacti/B.R.I.S.A." - zeigen die choreografische Vielfalt des Repertoires dieser Kompanie.

Eine wahre Schockwelle löste die Choreografie "What the Body Does Not Remember" aus, als sie 1987 zum ersten Mal der Öffentlichkeit präsentiert wurde. Extreme Schnelligkeit, äußerste Präzision und atemberaubende Spannung dominieren Wim Vandekeybus’ Debüt-Werk, das den Belgier im Alter von nur 24 Jahren zu einem der weltweit einflussreichsten Choreografen machte. Hart, brutal, aber auch verspielt und grandios führt Vandekeybus seine neun Tänzer einmal mehr an die Grenzen des körperlich Möglichen. 27 Jahre nach seiner Uraufführung hat Vandekeybus nun sein Erstlingswerk wiederaufgenommen.

Das aktionstheater ensemble bringt mit "Pension Europa" eine Uraufführung unter der Regie von Martin Gruber auf die Bühne des Festspielhauses: "Es wird gefeiert, gesungen, getanzt, geliebt. Eine Nacht als schönes, funkelndes Theater", kündigt das Programmheft zu dieser Performance an. (vf)