Que sera, sera: Doris Weiner alias Doris Day. - © Lalo Jodlbauer
Que sera, sera: Doris Weiner alias Doris Day. - © Lalo Jodlbauer

Doris Days Leben eignet sich wunderbar als Vorlage für dramatische Deutungen. Ihr Image war das der keuschen Königin Hollywoods. Doch ihr Leben hatte sinistre Seiten. Die Schauspielerin und Sängerin war vier Mal verheiratet, wurde Opfer von Gewalt und finanziellem Betrug durch ihre Gatten. Nach der dritten Ehe stand die reichste Frau Hollywoods vor dem Ruin. Und sie musste miterleben, wie 2004 ihr krebskranker Sohn Terry Melcher verstarb.

1985 hat Doris Day ihren liebsten Freund und Filmpartner Rock Hudson in die TV-Show "Doris Day’s Best Friends" eingeladen. Dieses späte Aufeinandertreffen der gealterten Diva und des von seiner Aids-Krankheit gezeichneten Leinwandhelden ist der Ausgangspunkt von "Doris Day, die letzte Jungfrau Hollywoods". Diese Arbeit vom Autor und Regisseur Andy Hallwaxx für das Volkstheater in den Bezirken nimmt geschickt biografische Straffungen vor, verknüpft Filmszenen mit Geschehnissen aus Days Leben und durchwirkt das Stück mit passenden Song-Hits. Hudsons Dilemma, seine wahren (homoerotischen) Gefühle nicht öffentlich zeigen zu können, wird behutsam transportiert.

Doris Weiner spielt Doris Day mit charmanter Püppchenhaftigkeit. Days "Sentimental Journey" wird bei ihr jedoch zum unschönen "Tschörni", in der Höhe rutscht ihre Stimme ins quietschig Quakende. Wohlig weich umgarnt wird man hingegen von Dennis Kozeluh als Rock Hudson und Martin Bermoser als Terry Melcher (beide schlüpfen auch gewandt in die Rollen der Ehemänner). Die Inszenierung wirkt gemächlich - offensichtlich das rechte Tempo für das nostalgiefreudige Publikum.

Theater

Doris Day, die letzte

Jungfrau Hollywoods

Regie und Buch: Andy Hallwaxx

Volkstheater in den Bezirken

Mit Doris Weiner, Dennis Kozeluh und Martin Bermoser