Linz. Der Klimawandel und seine Folgen, auch zwischenmenschliche, werden ab Donnerstag im Linzer Theater Phönix beleuchtet. Im Mittelpunkt von Thomas Baums grotesker Komödie "Happy Planet" steht der Kampf einer Studentin gegen einen korrupten Umweltkonzern. "Das Stück verführt einen, ständig zu überhöhen", so Regisseurin Heidelinde Leutgöb am Montag. Sie will dennoch Menschen, keine Karikaturen zeigen.

Langzeitstudentin Mia Kaminski (Lisa Fuchs) kann sich ihr Leben nur leisten, weil sie ein sogenannter Dumpster ist, also in Containern nach weggeworfenen Lebensmitteln fischt. Eines Tages aber sperrt "Happy Planet" die Abfälle weg, um Biosprit daraus herzustellen. Das Unternehmen macht nach außen brav auf Umweltschutz, im Inneren jedoch brodelt es: Beinhart wird um Profit gekämpft, um Kapitalvermehrung und Gewinnmaximierung. Familien-Intrigen sind die Folge, dazu bringen noch Mia und Universitätsassistent Konrad Holzbach (Felix Rank) den guten Ruf des Unternehmens ins Wanken.

"Weil er mich zu interessieren hat"

Der im Theater selten thematisierte Klimawandel interessiere ihn, "weil er mich zu interessieren hat", hatte Baum, der zum sechsten Mal mit dem Phönix zusammenarbeitet, vor kurzem im APA-Interview gesagt. Gelebter Widerstand sei ununterbrochen nötig, ist der Autor überzeugt. Der "Menschenbeobachter" habe es geschafft, das Thema auf eine persönliche Ebene herunterzubrechen, erklärte Regisseurin Leutgöb in einer Pressekonferenz. Bei aller Komik will sie sich um eine Uraufführungs-Inszenierung ohne Abziehbilder bemühen und darum, nicht die Überhöhung in den Vordergrund zu stellen. Denn: "Es ist trotzdem sehr komplex, was da verhandelt wird."

Angesichts der vielen Schauplätze des rund eineinhalbstündigen Stücks hat sich Leutgöb für ein Bühnenbild entschieden, "das sehr viel Platz für die Fantasie lässt". Entworfen wurde es von Moritz Oliver Benatzky im Zuge eines Wettbewerbs an der Linzer Kunstuniversität, er wollte damit den materiellen und menschlichen Zerfall symbolisieren. Die unterstützenden Klänge stammen von Sounddesigner Johannes Steininger, der sogenannte Heilfrequenzen - sie sollen u.a. von Schuld befreien und für harmonische Beziehungen sorgen - abspielen wird.