Wien. Wien bekommt eine neue Bühne: Schauspieler Alexander Waechter reanimiert das ehemalige "Theater am Schwedenplatz". Die kleine Spielstätte eröffnet unter dem Namen "franzjosefskai21" mit einer Fassung von Kafkas "Die Verwandlung".

Das einstige "Theater am Schwedenplatz", untergebracht in einer ehemaligen Waschküche, war 1970 von Herbert Lederer als Ein-Mann-Bühne gegründet worden. 2006 stellte es nach 36 Jahren den Spielbetrieb ein. Im Vorjahr beschloss Waechter, die Mini-Bühne wiederzubeleben und steckte "aus nacktem Wahnsinn" 50.000 Euro in die Renovierung. Subventionen bekommt er laut eigenen Angaben nicht. Waechter: "Wer heute ein Theater aufsperrt, ist wahnsinnig".

Keine One-Man-Show


In den 1970er Jahren wurde Waechter einem breiteren Publikum als Edmund Sackbauers Schwiegersohn Franzi in der TV-Serie "Ein echter Wiener geht nicht unter" bekannt. Seitdem war er in zahlreichen Rollen zu sehen, vor allem im Theater in der Josefstadt. Seit 2004 ist der Theatermacher Intendant beim Sommertheater auf der Rosenburg.

In der Eröffnungsinszenierung steht Waechter selbst auf der Bühne und bringt Kafkas berühmte Erzählung als Monolog. Den laufenden Betrieb will er jedoch nicht als One-Man-Show bespielen. Es gebe diverse Gruppen, die Interesse an einer Zusammenarbeit angemeldet hätten. Ein Projekt über Oscar Wilde sowie eine Drei-Personen-Inszenierung von Henrik Ibsens "Peer Gynt" seien bereits geplant.

Außerdem gehe es Waechter um politisches Engagement: Mit Regisseurin Tina Leisch will er eine Produktion mit den Votivkirchen-Flüchtlingen realisieren.

Info: Kafkas "Die Verwandlung" läuft von Dienstag bis Samstag
bis Ende Mai. Beginn: 20 Uhr.

Karten kosten einheitlich 20 Euro.

www.franzjosefskai21.at