Bedächtig ging Constantin Trinks sein gelungenes Dirigierdebüt im Haus am Ring an: Mozarts "Zauberflöten"-Ouvertüre braucht einiges Pathos. Manch diffizilem Einsatz stand ein gewisses Maß an Geduld gut. Dazwischen tat sich die Freimaureroper durch rasante Geschwindigkeitswechsel hervor, die noch einiges an Perfektionierungspotenzial haben.

Benjamin Bruns blieb in der alten wie der neuen Produktion ein wackerer Gesell, sein Prinz Tamino strahlte durch Moshe Leisers Märchenbilder in der betont rudimentären Schnürbodenkulisse. Dabei galt es, eine neue Pamina aus den Fängen der wenig präsenten Nachtköniginnen-Mutter (Íride Martínez) zu befreien und von der Güte Sarastros (gewohnt diskret: Brindley Sheratt) zu überzeugen. Valentina Nafornita gab als Prinzessin Fass-mich-nicht-an Mozarts Hits zum Besten, besonders in den Ensembleszenen überzeugte ihre Technik, das ätherisch-lyrische Element blieb bei ihr vor lauter Energie aber oft auf der Strecke.

Papageno taut auf


Nikolay Borchevs Vogelfänger-Eröffnung verhieß wenig Spannung, doch taute der junge Weißrusse auf und erfüllte den Abend schauspielerisch und stimmlich; Bryony Dwyer bezauberte als Papagena. Publikumslieblinge Peter Jelosits, Ildikó Raimondi oder Thomas Ebenstein trugen das ihre zum Genuss der geschmackvollen Bilder des Teams Leiser/Caurier bei. Eine markante Wohltat: Adrian Eröd erstmals als autoritärer zweiter Priester. Dank an die bestens einstudierten Mitglieder der Sängerknaben. Kleine wie große Besucher waren entzückt.