Ariadne: "Es gibt ein Reich .. .", unglaublich vollmundig die Auftritte, erstmals gestaltete Emily Magee die geheimnisvolle Edle und gleich wie aus einem Guss. Patsch, das hatte gesessen. 1:0 für die alleingelassene Primadonna auf der wüsten Insel Naxos. Gegenschlag Zerbinetta: "Groooß-mächtige Prinzessin .. .", Daniela Fally holte zum quirlig-virtuosen Koloraturenangriff aus und heimste jede Menge Szenenapplaus ein. Und wieder stand es 1:1 Drama versus Commedia.

Mit dieser "Ariadne auf Naxos" verwirklichte das Haus am Ring ein würdiges Geburtstagsständchen. 150 Jahre Richard Strauss und das Hauspublikum durfte darüber hinaus einmal mehr Zeuge des genialen Gegeneinanders sowie Miteinanders Strauss und Hofmannsthal, Komponist (szenisch und stimmlich traumhaftes Hausdebüt von Kate Lindsey) gegen Tanzmeister (gewohnt erheiternd: Norbert Ernst), hehre Kunst entgegen reine Unterhaltung werden.

Ohne Streitpunkte


Generalmusikdirektor Franz Welser-Möst ließ auch 2014 jeden nur möglichen Streitpunkt vergessen und dafür das Miteinander im Gesamtkunstwerk genießen. Mit von der Partie: heimische Lieblinge von Marcus Pelz bis Clemens Unterreiner, solides Truffaldin-Debüt von Jongmin Park, mit Klaus Florian Vogt war einer der gegenwärtig hellsten Tenöre der Opernszene als Bacchus zu erleben. Staatsopernorchester in bester Form, Soli von Violine, Cello, Horn ließen keinen Wunsch offen und zeigten einmal mehr die Liebe der Wiener Musiker zu ihrem Dr. Strauss.