Eine Maschine steht auf der Bühne des brut im Künstlerhaus. Was sie kann, erfährt man bald. Sie ähnelt einem großen Couchtisch mit einem Motor. Langsam beginnt sich diese Maschine in ihrem Inneren zu drehen, wird schneller und schneller. Rhythmus entsteht. Die heimische Tanzschaffende Doris Uhlich legt sich darauf, lässt die Bewegungen auf ihren Körper übergehen, ihr Fleisch wogt. Sie nimmt unterschiedliche Positionen ein, dröhnender Beat kommt hinzu, dann Synthesizer-Klänge. Et voilà, schon ist man mitten im Techno-Universum.

"Universal Dancer" nennt sie ihre jüngste Performance, die sie am Donnerstag zur Uraufführung brachte. Uhlichs Duett mit dieser Rüttelmaschine (Maschinist: Yoshie Maruoka) bringt witzige Momente - als sie etwa so heftig geschüttelt wird, dass ihre Gesichtsmuskulatur Grimassen schneidet. Doch auch gruselige Augenblicke entstehen: Etwa als die Maschine ein heftiges Eigenleben entwickelt und Uhlich, scheppernd zum Beat, quer über die Bühne transportiert. Nimmt das Gerät hier Uhlichs Körper in Besitz, oder hat sie selbst noch die Kontrolle über den Mechanismus? Sicher ist man sich nicht.

Außer Zweifel steht jedoch Uhlichs Talent, auch in diesem Projekt eine Art von Tanz zu kreieren. Mit dem Stücktitel bringt sie ihr bisheriges Schaffen auf den Punkt: Sie ist eine universelle Performerin, die - diesmal mithilfe einer Maschine - scheinbar emotionslos menschliches Fleisch in Bewegung, ja sogar ästhetisch zum Tanzen bringt.

Performance
Doris Uhlich: Universal Dancer
brut im Künstlerhaus
Wh.: 27. September bis 1. Oktober