Wien. Kulturminister Josef Ostermayer hat die interimistische Burgtheater-Direktorin für weitere drei Jahre bestellt. Karin Bergmann, seit 19. März als erste Frau in der Geschichte des Burgtheaters an der Spitze des Hauses, bleibt bis 31. August 2019 im Amt. "Ich bin sehr glücklich, dass Frau Bergmann es weiter macht", sagte der Minister bei der heutigen Bekanntgabe seiner Entscheidung.

Künstlerische Leiterin bis 2016

Es sei ihr eigener Wunsch gewesen, "dass wir erst einmal über fünf Jahre reden, dann bin ich 66 Jahre alt" sagte Bergmann: "Mir erschienen die fünf Jahre eine gute Zeit." Der Posten war auf "bis zu fünf Jahre" ausgeschrieben worden. Nun werden Bergmanns zwei Jahre der interimistischen künstlerischen Leitung bis 2016 eingerechnet.

Laut Ostermayer hat es im Findungsprozess insgesamt 29 Interessenten gegeben, die sich entweder beworben hätten oder angesprochen worden seien. Mit den zwei Kandidaten des Vorschlages habe er ausführliche Gespräche geführt. Der Aufsichtsrat habe heute Früh einstimmig seine Entscheidung gutgeheißen. Für Bergmann habe nicht nur die Expertise der Findungskommission, sondern auch "ihre bisherige Performance" bei der interimistischen Leitung gesprochen. Sie habe bewiesen, dass sie eine hervorragende Krisenmanagerin sei und habe Ruhe in das Haus gebracht.

Hartmann kritisiert seine Nachfolgerin

Sowohl in der Ensembleversammlung als auch in der unmittelbar darauf angesetzten Pressekonferenz wurde Bergmann mit Applaus begrüßt. Von den Schauspielern, ihren Direktionskollegen in Staats-und Volksoper sowie Kulturpolitikern wurde ihre Bestellung positiv aufgenommen. Kritisch fielen nur die Kommentare der FPÖ (Kultursprecher Walter Rosenkranz vermutete eine "Notlösung") und der Rechtsvertretung des entlassenen Burgtheater-Direktors Matthias Hartmann aus: "Aufgrund der bisherigen Vorgehensweise der Politik war klar, dass nur jemand, der tief im alten System verwurzelt ist wie die Frau Bergmann, das Interesse der Politik, weitere Transparenz zu verhindern, bestmöglich erfüllen kann", sagte Anwältin Katharina Körber-Risak.

Es habe keinerlei finanzielle Zuckerln des Ministers gegeben, sagte Bergmann: "Mit Zuckerln kann er nicht dienen. Aber ich lass mich mit Süßspeisen nicht abspeisen. Wie reden von Grundnahrungsmitteln, die müssen stimmen." Natürlich habe sie in den Gesprächen "ganz maßgeblich die Finanzierung angesprochen. Ich würde es nicht so formulieren, dass das Burgtheater mehr Geld braucht. Was das Haus braucht, ist eine Planungssicherheit." Es brauche "irgendwann die klare Ansage", dass allen Bundestheatern eine Valorisierung gewährt werde, mit denen steigende Gehaltskosten automatisch ausgeglichen würden. "Das war die Bitte, die ich geäußert habe."