• vom 14.11.2014, 12:59 Uhr

Bühne

Update: 14.11.2014, 13:26 Uhr

Kabarett

Wer die Zugabe nicht gesehen hat




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  • Das neue Kabarettprogramm von Flüsterzweieck hält, was deren bisheriges Image verspricht.

(mozi) Der beste Mensch wird gekührt. Und zwar im neuen Theaterkabarett von Flüsterzweieck, das die beiden Steirerinnen "Menschenkür" betitelt haben. Es ist nach "selbstredend, wahnsinnig! [humor zweipunktnull]" (2009) und "WIE IM FILM nur ohne walter" (2012) das dritte Bühnenprogramm von Ulrike Haidacher und Antonia Stabinger. Regie führte Katrin Hammerl.

Ulrike und Antonia, die seit Schulzeit befreundet sind, haben von den alten Hasen der Szene schon einiges Lob einhegeheimst (und zwar völlig zurecht, ebenso wie die bisherigen guten Kritiken). Beide haben ein Germanistikstudium abgeschlossen. Ulrike Haidacher ist mit einer zusätzlichen Schauspielausbildung auf der Bühne und vor der Kamera zu sehen. Antonia Stabinger hingegen schreibt und inszeniert Kurzspielfilme, spielt auf Kleinkunstbühnen und arbeitet an diversen Filmsets. Gemeinsam sind sie Flüsterzweieck.


Die aktuelle Kür liefert nun einen spannenden Abend. Schnell wird klar, dass Aussehen, Erfolg und Geschlecht allein nicht reichen werden. Das wäre ja auch zu einfach, schließlich gibt noch so viele andere Kriterien, die den besten Menschen ausmachen. Zunächst steht Antonia Stabinger alleine auf der Bühne auf der Suche nach einer Person die es werden könnte, der beste Mensch. Sogar unter den Zuschauern scheint es potenzielle Kandidaten zu geben. Und zwar Kandidaten, die ganz vorne mit dabei sind, aber vermutlich nie damit gerechnet hätten, in eine engere Auswahl zu gelangen. Da wird zum Beispiel auch als Begründung ins Treffen geführt, dass, "72,3% der Zuschauer nett zu ihrem Haustier sind".

Glücklicherweise erscheint dann aber doch noch Ulrike Haidacher auf der Bühne, womit es dem anwesenden Publikum letztlich erspart bleibt, sich im Rampenlicht vom Duo vorführen zu lassen. Und so bestreiten Flüsterzweieck das Casting alleine, beziehen die Zuschauer aber doch mit ein. So bewegen sich alle gemeinsam auf subtile und skurrile Weise hin zur Nominierung. Und genauso wie bei Castingshows mit Voting-Finale kommt das Spannendste zum Schluss. Denn: "Wer die Zugabe nicht gesehen hat, hat einen entscheidenden Teil versäumt." Aber die hätte man ohnehin nicht versäumen wollen, denn der Abend könnte gerne noch etwas länger dauern.

Flüsterzweieck: Menschenkür
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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2014-11-14 13:13:55
Letzte Änderung am 2014-11-14 13:26:40


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