Spitze Ohren, steiler Irokesenschnitt, überdimensionale Clownschuhe: So stapft und stolpert André Meyer als Kobold durch die Szenerie und ist der Sympathieträger der Inszenierung. Seine Kollegen im Witzereißen sind Nadia Migdal mit Rentiergeweih auf dem Kopf und Dieter Knebel mit zarten Engelsflügeln. Das komödiantische Trio sorgt mit Slapstickeinlagen (Torte-ins-Gesicht-klatschen), Akrobatik (Radschlagen) und Ping-Pong-Dialogen für gute Laune im ansonsten eher düsteren Stück.

"Die Schneekönigin", ein überaus vielschichtiges und kompliziertes Kunstmärchen von Hans Christian Andersen, das seit der Erstveröffentlichung 1835 zahllose Bearbeitungen für Bühne, Film und Oper erlebt hat, feierte nun im Akademietheater Premiere.

Sprechende Tiere


Das Märchen, längst ein Klassiker der Kinderliteratur, ist alles andere als einfache Kost. Es handelt von Gerda (eiserweichend: Alina Fritsch), die ihren Freund Kay (Tino Hillebrand) aus den Fängen der Schneekönigin (ganz eiserne Lady: Stefanie Dvorak) befreien will. Auf ihrer Reise in den hohen Norden, die mitunter in traumartiger Szenerie angesiedelt ist, trifft Gerda auf Räuberbanden, sprechende Tiere und Traumtänzer.

Peter Raffalt versucht in seiner Fassung etwas von den surrealen Qualitäten des Biedermeiermärchens zu bewahren, was zulasten der Handlung geht, die etwas ausfranst. Regisseurin Annette Raffalt setzt die Szenenfolge mit dem sechsköpfigen Ensemble dennoch souverän um. Kurzweilige Aufführung für Kinder ab sieben.