Es ist schon ein Wagnis, einen Hitchcock-Klassiker auf die Bühne zu bringen. Noch dazu einen wie "Bei Anruf Mord", der in den 50ern mit den Oscarpreisträgern Grace Kelly und Ray Milland in den Hauptrollen Filmgeschichte schrieb. Die Latte bei dem aus der Feder von Frederick Knott stammenden Stück ist dementsprechend hoch gelegt. Doch frisch gewagt ist halb gewonnen, dachte man sich wohl beim Vienna’s English Theatre und landete einen Volltreffer.

Es kann in Zeiten von CSI und zahllosen Sokos erfrischend sein, wenn DNS-Analyse und UV-Licht-Ermittlungen einmal nichts zur Sache tun. Die Fragen nach dem Wer und Wie werden gleich zu Anfang des Thrillers beantwortet, wenn der abgehalfterte Tennisstar Tony Wendice (diabolisch: Chris Polick) minutiös plant, wie seiner ehebrecherischen Frau Sheila (Emily Stride zwischen Forferl und unnahbar kühler Blonden) das Licht ausgelöscht werden soll. Mittels eines nichtsahnenden Dritten (George Beach als überrumpelter Captain Lesgate) soll der perfekte Mord gelingen. Doch was in der Theorie reibungslos läuft, wird schnell von der Realität eingeholt.

In das wunderbare Dekor einer Londoner Wohnung der 50er Jahre gesetzt (Bühnenbild Nigel Hook), baut das Stück Szene um Szene Spannung auf: Wird der Täter davonkommen? Oder gelingt es Inspektor Hubbard (überragend Roger Ringrose) dann doch noch, mit nicht mehr als Analysevermögen und Psychologie im Werkzeugkoffer, den Täter dingfest zu machen? Ein spannendes Krimivergnügen.

Theater

Dial "M" For Murder

Vienna’s English Theatre

Bis 20. Dezember