Ab 8. Jänner durchlebt Schauspieler Thomas Mraz im Stadtsaal Wien den Alptraum eines jeden Skifahrers: Er wird mutterseelenalleine auf dem Sessellift vergessen. Der Plot von "Apres Ski - Ruhe da oben!" stammt von Klaus Eckel, Regie führt Bernhard Murg, und als Produzent tritt niemand Geringerer als Michael Niavarani gemeinsam mit der Hoanzl GmbH auf. Die "Wiener Zeitung" hat mit Thomas Mraz über das Stück, über Einsamkeit und über die Schwierigkeit von Monologen gesprochen.

"WIener Zeitung": Sind sie schon einmal in echt im Skilift gesteckt?

Thomas Mraz: Nein, Gott sei Dank nicht, nur einmal im Schlepplift mit dem Snowboard.

Wie kam es zur Idee? Haben Sie wieder einmal die "Piefke-Saga" geschaut?

Ich weiß es nicht, die Idee kommt ja von Klaus Eckel, und der ist ein passionierter Skifahrer. Das kann schon sein, dass er selbst einmal stecken geblieben ist. Jedenfalls hat er einmal darüber nachgedacht, was wohl passieren würde, wenn man im Lift vergessen wird. Und er hat da von einem Kanadier gelesen, dem das tatsächlich einmal passiert ist, und der hat tatsächlich sein Geld angezündet, um auf sich aufmerksam zu machen. Und es ist auch ein Thema des Stücks, was mit einem Menschen passiert, der sonst ständig hunderttausend Sachen macht, dauernd seine E-Mails checkt – und dann all dessen plötzlich beraubt wird und dann Sachen entdeckt, die ihm sonst nicht auffallen würden.

Wie schwierig ist so ein Monolog im Vergleich zu einem Mehrpersonenstück?

Urschwierig. Ich spreche nicht mit dem Publikum, wir haben da eine intakte vierte Wand sozusagen, da gibt es keine Interaktion. Es ist eine wahnsinnig große Herausforderung, weil ich nur mich habe, um zu spielen, es gibt kaum Impulse von außen, alles muss aus mir heraus kommen. Es ist auch wahnsinnig schwierig, dem Publikum zu vermitteln, warum man jetzt auf einmal laut zu reden beginnt. Wenn du selbst im Lift hängen bleibst, wirst du wahrscheinlich schon auch einmal was laut sagen, aber vor allem nachdenken.

Wie haben Sie sich auf das Stück vorbereitet? Sind Sie im Sommer oft Sessellift gefahren?

Nein, das nicht. Aber ich will jetzt vor der Premiere noch mit Klaus Eckel ein paar Mal Ski und Lift fahren. Ich habe allerdings in unserem Probenlift im Stadtsaal geübt, da bin ich stundenlang drin gesessen. Da hat der Stadtsaal echt wahnsinniges geleistet, weil sie echt einen richtigen Sessellift aufgebaut haben. Zuerst gab es die Überlegung, es einfacher zu machen und einfach nur zwei Stühle hinzustellen, das würde wahrscheinlich auch funktionieren. Aber dass da jetzt ein richtiger Sessellift hängt, in dem ich oben schwebe, erzählt von Haus aus schon einmal so viel, weil wirklich sichtbar ist, dass ich da jetzt nicht weg kann. Das wirkt noch viel mehr, als wenn ich unten auf einem schwarzen Stuhl säße.