Wien. Der Fünfziger steht vor der Tür bei Florian Scheuba, und der seinerzeitige Hektiker-Mitbegründer nimmt seinen runden Geburtstag zum Anlass für eine Bilanz, die er nun in seinem ersten Soloprogramm zieht. Dabei denkt er auch schon an die Pension - und präsentiert dem Publikum gleich einmal seine PVA-Pensionsberechnung über 51,31 Euro im Monat. Jaja, es ist ein hartes Brot als Kabarettist. Auch, weil man als solcher immer zwischen den Stühlen sitzt, wie Scheuba auch via Bühnenbild vermittelt. Aber er scheint trotzdem zufrieden mit seiner Rolle, denn: "Ein Kabarettist, der von jedem gemocht wird, ist wie ein Türsteher, der jeden reinlässt." Und außerdem hat Scheuba ja als Künstler wohl auch noch bei der SVA ein Pensionskonto (das er aber wohlweislich nicht erwähnt, weil es ihm vermutlich die Pointe zusammenhauen würde).

Also alles nur gelogen in seiner Bilanz über 33 Jahre Kabarettistenkarriere? Nein, nur der Teil zu seinem Privatleben, wie Scheuba nachher sagt. Der Rest seines politischen Kabaretts ist die volle Wahrheit. Weshalb es auch einen bitteren Nachgeschmack hinterlässt, dass es gar keine kabarettistische Überhöhung braucht, wenn er die Eurofighter-Gegengeschäfte oder die Tücken des Föderalismus erklärt. Die Vergleiche, die er dabei zieht, sind leicht verständlich und haben alle Hand und Fuß. Nur sind die angeführten Tatbestände leider schon alle ein Zeitl her, weshalb die Bilanz eher wie ein etwas lieblos zusammengewürfeltes Best-of wirkt.

Gleiches gilt auch für die Parodien, die er zwischendurch einstreut, wobei diesmal Werner Faymann öfter vorkommt als KHG oder HC Strache. Zumindest das eine wohltuende Abwechslung. Und Scheubas Interpretation von Frank Stronach im Wald ist tatsächlich zum Niederknien. Im Gegensatz dazu hat es Armin Assinger nicht verdient, auf Villacher-Fasching-Niveau durch den Kakao gezogen zu werden.

Bevor es zu plump wird, rettet sich Scheuba dann aber zum Glück wieder in jenes Fach, das er am besten beherrscht: Er macht weiter damit, die heimische Politik zu entlarven.

Kabarett

Florian Scheuba:

Bilanz mit Frisur

Wh.: 27. Dezember Rabenhof,

26. Jänner, 2. März Stadtsaal,

1., 8., 15. u. 22. April Niedermair