"Anonymer Optimist" hat Kabarettist Pepi Hopf sein neues Programm genannt. Warum? "Ich hab für die Ankündigungen irgendeinen Titel gebraucht, bevor ich noch ein einziges geschrieben hatte", feixt der 44-Jährige gleich zu Beginn, um sein Publikum im nächsten Satz zu beruhigen, dass es "eh nicht nur um Optimismus gehen wird". Das freut dann wieder den einen bekennenden Pessimisten im Saal. Der ist Hopf übrigens sympathischer, denn: "Pessimisten erwarten sich nicht zu viel vom Programm."

Dass sich als Gegenpol nur eine Handvoll Optimisten per Akklamation zu erkennen geben, wundert Hopf nicht: "Die meisten sind ja anonyme Optimisten: also schon optimistisch in Bezug auf die Vergangenheit, aber ohne einen Grund in der Gegenwart, das auch auf die Zukunft zu übertragen." Womit nun auch der Programmtitel erläutert wäre. Und Hopf stellt auch fest, dass zwar nicht früher alles besser war – aber heute eben auch nicht, weshalb es aus seiner Sicht kein Wunder ist, dass die junge "Generation Angst" die FPÖ wählt. Da ist er dann zerrissen, denn "erst mit einer FPÖ-Regierung wird es für mich als Kabarettisten wieder interessant". Denn politisches Kabarett in Österreich langweilt ihn, "spannend ist das nur in Nordkorea – ein guter Kabarettist schreibt dort kein zweites Programm mehr".
Da zeigt sich dann schon, wo der Hopf’sche Humor angesiedelt ist: irgendwo zwischen bissiger schwarzer Satire und derbem, nicht jugendfreiem Fatalismus. Denn er zieht auch über die Versexung und "Fifty Shade"-isierung der Gesellschaft vom Leder, ärgert sich aber auch als Neo-Nichtraucher – "Ich habe damals nur wegen der Rauchpause zu rauchen begonnen" – über das neue Nichtraucherschutzgesetz, das er mit Kindern in der Badewanne vergleicht, wo das eine nur in seine Hälfte pinkeln darf. Und die Suche nach dem richtigen Auto wird dann ebenso zum Thema wie die Sache mit den Franken-Krediten bei der er vergeblich den großen Krisengewinner sucht.

Einen roten Faden gibt es dabei nicht wirklich, eines reiht sich ans andere, und erst nach einer guten halben Stunde scheinen Hopf und sein Publikum so richtig warm miteinander zu werden. Nach der Pause landen seine Gags jedenfalls viel besser – entweder weil er sich die besseren für die zweite Hälfte aufgehoben hat, oder weil man sich erst an seinen Humor gewöhnen muss. Dann kann man ihn aber richtig liebgewinnen.