In früheren Programmen haben Sie sich darüber noch lustig gemacht, Ihr aktuelles Programm "Vorletzte Worte" ist ja mehr literarisch.

Ja, ich habe einen heftigen literarischen Anfall bekommen, wie immer, wenn ich Thomas Bernhard lese, den ich hündisch verehre. Das Programm und das Buch dazu hätten übrigens eigentlich "Annalen eines Restlebens - ein Tagebuch" heißen sollen. Aber beim Verlag hat man das nicht lustig genug gefunden. Ich versuche mich ja immer der Lustigkeit zu verwehren und komme erst nachher drauf, dass man ohne die in meinem Beruf nicht wirklich auskommt. Ich habe jedenfalls gesagt, ich kann es ja nicht "Letzte Worte" nennen, und da hat eine Lektorin dann gemeint: "Vorletzte Worte" - und ich hab gesagt: Genau das ist es! Da bin ich dann auf Groucho Marx gekommen, dessen vorletzte Worte ja überliefert sind: "Ich bin neugierig, was ich gleich sagen werde." Die vielen Todesfälle haben mich auch beeinflusst, auch wenn das Buch überhaupt nicht davon handelt.

2001 haben Sie den Ybbser Spaßvogel gewonnen, jetzt sind Sie Intendant der Ybbsiade . . .

. . . dabei war ich dort etliche Jahre sogar Persona non grata. Dann bin ich aber wieder engagiert worden. Und nachdem Alexander Goebel quasi fliegend seine Position aufgegeben hat, habe ich sie ebenso fliegend übernommen. Aber nicht, weil ich mich beworben habe, sondern weil man auf mich zukam. Und Intendant des größten österreichischen Kabarettfestivals, das die Ybbsiade de facto ist, zu sein, ist ja eine tolle Sache, also habe ich ja gesagt.

Was ist unter Ihrer Intendanz anders?

Ich versuche es so zu machen, dass neben den großen Namen wie Roland Düringer, Rainhard Fendrich, Martina Schwarzmann, die ohnehin Hallen füllen, auch Künstler Platz haben, die man nicht so kennt, die vielleicht Dinge abseits des Mainstreams machen, so eine Art Kabarett-Feinkostladen. Und es gibt auch bewusst keine Parallelveranstaltungen mehr, dass zum Beispiel in der großen Halle ein Zampano spielt und daneben ein Unbekannterer. Es darf sich nicht kannibalisieren.

Wie bewerten Sie als ehemaliger DÖF-Texter Österreichs englischsprachigen Song-Contest-Beitrag?

Ich kenne ihn nicht, ich weiß es nicht, kann es nicht bewerten, es interessiert mich auch nicht, ich finde es als Ganzes unnötig, schon immer. Ich finde so kompetitive Bewerbe ein bisschen unerträglich, weil das alles etwas ist, das sich dann nicht widerspiegelt im Markt. Gut, den letzten Song-Contest-Sieger kennt fast jeder, weil es Conchita Wurst war, aber sonst? Europaweit vergisst man die doch bald wieder, außer ABBA vielleicht. Mich interessiert Popmusik überhaupt immer weniger.