Eigentlich ist er Klosterneuburger, genauer gesagt Höfleiner. Für sein aktuelles Programm zieht Gery Seidl aber ins Waldviertel und baut dort ein Haus. Das ist der Dreh- und Angelpunkt von "Bitte. Danke.", in dem der frühere Bauleiter über vieles vom Leder zieht. Nicht nur übers Hausbauen mit unfähigen Fenstergittermonteuren, sondern auch über Gesundheitswahn, Katzen und feige Politiker.

Die alle wecken den Seidl in ihm, seine innere Stimme, die immer lauter wird, je mehr er sich aufregt. Und dieses Organ muss man einfach gehört haben. Denn der Wut- und Mutbürger Gery Seidl setzt es gekonnt ein, neuerdings nicht nur auf der Bühne, sondern auch auf einer Doppel-CD, die nun in Kooperation mit Ö1, "dem letzten Kultursender des Landes" (Zitat Gery Seidl), entstanden ist.

Das Besondere an den beiden Scheiben ist, dass die Aufnahme darauf im früheren Kapuziner-Kloster in Krems entstanden sind. Und in dem Sakralbau aus dem 17. Jahrhundert hat es einen Hall, dass sich der Tontechniker vermutlich zunächst einmal die Haare gerauft hat. Aber gerade dieser Hall gibt dem Organ von Gery Seidl noch einmal zusätzliches Volumen. Und so steht die Akustik dem Inhalt um nichts nach. Absolut hörenswert.