Wien.Mit dem künstlerischen Schlachtruf "ab heute wird zurück getanzt", eröffnete Dirk Stermann am Dienstag im Museumsquartier vor rund 5000 Besuchern das Impulstanz-Festival. Heute als Moderator der Eröffnung, seinerzeit habe er "Ivo beleuchtet" - also den Mitbegründer Ismael Ivo. Das "eigene Fleisch" wolle Stermann nun in Bewegung bringen und in Zeiten der Abschottung sei Wien fünf Wochen lang ein Fenster zur Welt. "Der Minister für fast alles", wie ihn Stermann nennt, Kulturminister Josef Ostermayer, gratulierte allen Beteiligten zu einem Festival, das "aus der nationalen und internationalen Sommerfestival-Landkarte nicht mehr wegzudenken" sei.

Mit "Boom tschak" ging es dann los: Die heimische Performerin Doris Uhlich ließ unter dem Titel "Hit the boom ( . . . ’cause it’s more than summer!)" ihre 20 Performer über die Open-Air-Bühne shaken. Es ist ein Potpourri oder auch ein Remix ihres bisherigen Schaffens: Nackt wird da das Fleisch gewackelt - ihre Fetttanztechnik bei der sie etwa ihr Silberjäckchen und ihre Haare wild in der Luft schwingt, wird vom Publikum bejubelt. Als DJane am Mischpult bringt sie mit Technobeats, Hardrock und Pop ihre Performer zu ballettähnlichen Formationen und Schrittkombinationen.

Und dann darf noch ihr Bezug zum Körperkult im Barock nicht fehlen: Die Performer stehen zu barocken Klängen in einer Reihe mit den Rücken zum Publikum - der nackte Körper als Schauobjekt. Aber bei Uhlich niemals mit erotischem Touch. Zu Vivaldi wird der Körper mit nach Vanille duftenden Puder überzogen, dann knallen die Korken der Champagnerflaschen auf der Bühne. Das Fest möge beginnen.