• vom 27.07.2015, 16:22 Uhr

Bühne

Update: 31.07.2015, 15:14 Uhr

Tanzkritik

Choreografie zwischen den Grenzen




  • Artikel
  • Lesenswert (2)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von Saskia Blatakes


    Grelle Scheinwerfer blenden die Zuschauer, die dicht gedrängt auf einer Tribüne stehen, und versetzen sie nach dem milden Licht des WUK-Innenhofs in eine Art Schockstarre. Es ist schwül, die Papierfächer bringen wenig Abkühlung. An einem an Seilen von der Decke hängendem DJ-Pult steht die englische Musikerin Jam Rostron und spielt einen drängenden, nervösen Beat.

    Zwei Tänzer (Ian Kaler, Philipp Gehmacher) verharren reglos mit dem Rücken zum Publikum. Originell ist der Einstieg nicht, doch was folgt, ist eine fesselnde, manische Suche nach Bewegungen, ein atemloses Herausfordern des Unbekannten. Ihr Tanz wirkt unberechenbar, fahrig, fast unbeholfen, dann wieder maschinenhaft und leblos. Immer wieder schmiegen sich die beiden aneinander und scheinen sich nur so begegnen zu können. Blicke werden kaum ausgetauscht.


    Der aus Österreich stammende und in Berlin lebende Shooting-Star Ian Kaler hat seine Karriere als An Kaler begonnen und erst kürzlich das Geschlecht gewechselt. Mit dem Choreografen und Künstler Philipp Gehmacher hat er schon zuvor zusammengearbeitet. Für ihn zählen neben den Möglichkeiten des Raumes auch seine Grenzen. Verstärkt wird die rastlose Atmosphäre vom reduzierten Setting. Zwei Seitenwände schaffen eine beengte Stimmung (Bühnenbild: Stephanie Rauch). Sie sind mehr als Grenzen: verhasste Gegner, verfälschende Spiegel, aber auch die Möglichkeit, zumindest teilweise zu verschwinden. Zuletzt sind sie auch resigniert akzeptierte Stützen.

    Tanz

    o.T. (gateways to movement)

    Von Ian Kaler und Philipp Gehmacher

    WUK




    Leserkommentare




    Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


    captcha Absenden

    * Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


    Dokumenten Information
    Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
    Dokument erstellt am 2015-07-27 16:26:05
    Letzte Änderung am 2015-07-31 15:14:02


    Beliebte Inhalte

    Meistgelesen
    1. Die Nestroy-Preise wurden verliehen
    2. sand
    3. Mord mit Stil
    4. Die stille Größe des Wolfgang Muthspiel
    5. Eine Gala für das Theater
    Meistkommentiert
    1. Lang lebe Europa!
    2. Kritik an finnischem Rechts-Metal-Konzert in Wiener Club
    3. Rene Benko steigt bei "Krone" und "Kurier" ein
    4. Presserat rügt "Wochenblick"
    5. Weißes Haus verteidigt sich mit Fake-Video

    Werbung



    Neo-Viennale-Chefin Eva Sangiorgi (links) mit der Regisseurin des Eröffnungsfilms Alice Rohrwacher

    Sozialdemokratische Kundgebung für das Frauenwahlrecht, Wien-Ottakring, 1913 "Der Bauerntanz", entstanden um 1568.

    Ignaz Kirchner als "Samiel", 2007, während der Fotoprobe von "Der Freischuetz" in Salzburg.  Das Tutu ist das Spezifikum der Ballerina, die elfengleich über die Bühne schwebt.


    Werbung