Als Ring-Pausenfüller passt dieser "Fliegenden Holländer" gut ins Programm auf dem Grünen Hügel. Pausenlos, ohne Überforderung und musikalisch gute Mittelklasse. Szenisch baut Jan Philipp Glogers Versuch, die Saga in die Gegenwart zu projizieren, auf die Metaphorik einer flackernden Datenflut, in der der Chef, sein Manager, die mausgrauen Vertreter und die flinken Packerinnen Tischventilatoren herstellen und vermarkten. Auch an den merkwürdig gezeichneten Holländer. Skrupel sind eh aus der Mode. Die selbstbewusste Senta treibt ihren Traum vom Ausstieg aus dieser bürgerlichen Tristesse, die für sie obendrein auch noch den Hausmeister im blauen Kittel (Tomislav Mužek liefert einen schön gesungenen Erik) vorsieht, so weit, dass ihr selbst gebastelter Traummann vom Kunstobjekt zur tatsächlich aufkreuzenden Wirklichkeit wird. Als die beiden am Ende demonstrativ ein Paar werden wird das von den Angestellten als Innovationsidee umgemünzt. Vom Tisch-Ventilator zum sich Kitschpärchen. Na ja.

Überdrehte Situationskomik

Gloger stellt die Schrauben in Richtung Situationskomik nach. Beim Steuermann Benjamin Bruns überdreht es sie sogar. Die von der deutschen Kanzlerin geborgte Raute wirkt beim sonoren Daland Kwangchul Young banal. Christa Mayer hat als Mary ihre Verpacker-Mädels im Griff. Schwung und Strahlkraft bekommt die Vorstellung durch die sich frei entfaltende Senta von Ricarda Merbeth, den Holländer Samuel Youn und Axel Kober, der diesen von Thielemann einstudierten Holländer mit Umsicht übernommen hat.