Die Performance dauert nur kurz. Rund 30 Minuten. Darüber ist man wirklich erleichtert. Denn
alle Sinne sind zu diesem Zeitpunkt bereits überstrapaziert.
Vor allem der Geruchssinn. Elisabeth B. Tambwe quält in "Fit In", das im Rahmen von Impulstanz in der Reihe "Redefining Action(ism)" im Mumok gezeigt wird, ihr Publikum.

In einem roten Rock, den sie sich auch über die Brüste gezogen hat, und in High Heels, in denen sie gerade einmal stehen kann, empfängt sie ihre Zuschauer mit Live-Gesang. Da sind es heisere Töne, als ob ihr die Stimme versagen würde, dort ist der Ton fast melodiös herausgepresst. Tambwe steht hinter einem Tisch, auf ihm verschiedene Messer. Unter ihrem Rock fischt sie ein gerupftes Huhn hervor. Angebunden an die Hüfte der Performerin gebärt dieses dann ein weiteres. Dann massiert sie jenes um die Hüften gebundene mit Öl. Man hört es gatschen. Übelkeit kommt beim Betrachter auf. Gestank macht sich breit, offensichtlich sind diese Henderln nicht gerade frisch. Für Tambwe kein Problem: Ein wenig Coco Chanel Nr. 5 soll den Geruch übertünchen. Ist aber nicht so.

Dann wird noch mit dem Tisch gequietscht und mit dem Huhn, das jetzt Haare aufgenäht bekommen hat, zu den Klängen von "Lippen schweigen" aus Franz Lehàrs Operette "Die lustige Witwe" gestöckelt - pardon: getanzt.

Das überzüchtete europäische Huhn als Sinnbild für die Monstrosität aber auch den Abstieg des Westens, steht als Erklärung auf der Impulstanz-Website. Ja eh. Ist aber schwer zu ertragen.

Performance

Fit In

Von und mit Elisabeth B.Tambwe

Mumok/Impulstanz-Festival