S.O.S. muss nicht nur "Save Our Souls" heißen. Es kann auch für "Shadow Of Smile" oder "Shot Of Spirit" stehen. 32 Bedeutungen hat die in Österreich lebende japanische Choreografin Akemi Takeya im Rahmen von Impulstanz im Kasino am Schwarzenbergplatz zu einer Performance verpackt. Es ist nicht ihre erste zu diesem Thema, aber die erste Gruppenversion.

Jede dieser 32 Kürzelinterpretationen erzählt eine Geschichte - meist 30 Sekunden lang, die Zeit wird auf einer enormen Leinwand rückwärts gezählt. Begleitet werden diese Szenen von symbolischen Visuals (Road Izumiyama), die dann von den vier Performern manchmal klar erkennbar, manchmal nicht nachvollziehbar, auf die Bühne gebracht werden. So schütteln sie ihre Knochen in "Structure Of Skeleton" während Takeya auf Japanisch die Knochen des menschlichen Körpers aufzählt. Oder sie bringen in "Songs Of Soul" unter heftigem Geschrei ihre Körper zum Vibrieren.

Bei Nummer 32 beginnt dann die Performance in der Performance, die für sich betrachtet zu einem eigenständigen Werk ausbaufähig wäre. Doch hier ist die Verbindung zur vorherigen konzeptionellen Inszenierung abhanden gekommen: Die Performer rufen sich abwechselnd Todesarten zu, die jener in der Mitte umsetzen muss. Dann wird die nackte Performerin mit Klebebändern am Boden fixiert. Sexuelle Gewalt wird symbolisiert. Viele Zuschauer ergreifen die Flucht. Akemi Takeya hat viel zu sagen, manchmal zuviel für eine Performance.