Wir streifen es nur an und setzen uns nicht voll hinein. Es ist ein Thema, das uns alle sehr aufwühlt.

Sie haben Michael Niavarani erwähnt. Wer hat Ihre Karriere sonst noch geprägt?

Am Burgtheater, wo ich begonnen habe, waren es Claus Peymann und Einar Schleef, damals mit Elfriede Jelineks "Sportstück", das werde ich mein Leben lang nicht vergessen. Mit Peter Janisch habe ich sehr viel Sommertheater gespielt, dann kam irgendwann Werner Sobotka, von dem ich viel über das Handwerk der Komödie und auch ein bisschen Musical gelernt habe. Es gab schon viele Stationen, die mich geprägt haben, und wo ich irrsinnig dankbar dafür bin, was ich da gelernt habe.

Das waren jetzt lauter Männer. Sind die Frauen nicht so prägend?

Naja, da gab es natürlich auch Cissy Kraner, Marika Rökk oder Caterina Valente. Und am Burgtheater Maria Happel. Aber in der Theatergeschichte hatten immer die Männer die besten Rollen, und Frauen waren das hübsche Accessoire. Ob sich das langsam ändert, hängt nicht zuletzt vom Publikum ab.

Bösen Zungen könnten sagen: Am Burgtheater begonnen, im Simpl geendet - was für ein Abstieg . . .

Naja, rein räumlich gesehen geht es natürlich im Simpl die Stiegen hinunter, das ist schon richtig. Es gibt leider ein gewisses Schubladendenken in der deutschsprachigen Theaterlandschaft. Ich will aber nicht vor die Entscheidung gestellt werden, in welchem Fach ich arbeiten will. Ich glaube, dass mich das Publikum in vielen verschiedenen Richtungen gemocht hat, und ich möchte vielseitig bleiben, weil ich alles liebe. Am Londoner Westend oder am Broadway zum Beispiel wird kein Unterschied gemacht zwischen ernsthaftem oder klassischem Theater und Komödie. Ich behaupte sogar, dass es schwieriger ist, das Publikum zum Lachen zu bringen. Für mich ist die Komödie die Königsklasse. Deswegen ist es für mich kein Abstieg, überhaupt nicht.

Wie sind Sie ursprünglich zum Schauspiel gekommen?

Ich habe schon als Dreijährige gewusst, dass ich das machen will und nur das. Auch wenn meine Eltern gesagt haben, ich soll was Gescheites lernen. Ich habe die Matura gemacht, das war mein Zugeständnis an sie, aber danach bin ich sofort in die Schauspielschule gegangen.

Der Beruf als Schauspieler kann auch ein sehr unsicherer sein.

Ich hatte das große Glück, dass ich meistens in Festanstellungen war und selten wirklich freischaffend durch die Gegend getingelt bin. Aber ich fände es wahnsinnig wichtig, wenn es an den Schauspielschulen auch ein Fach gäbe, das darauf vorbereitet. Man wird auf Vorsprechen vorbereitet, lernt Dramatik, Sprechtechniken und Ähnliches - aber die Härten dieses Jobs werden nicht erwähnt. Ich bin wirklich auf die Butterseite gefallen, aber andere Absolventen hatten dieses Glück nicht.

Haben Sie noch Kontakt zu Kollegen aus Ihrem Jahrgang? Und was machen die jetzt?

Ein paar sind tatsächlich Schauspieler geblieben, und manche gar nicht so unerfolgreich. Aber eben nur ein paar.