Dr. Frank’N’Furter ist bereit für seinen Auftritt. - ©Eva-Maria Feilkas
Dr. Frank’N’Furter ist bereit für seinen Auftritt. - ©Eva-Maria Feilkas

"Don't dream it – be it!" - Auf keinen Künstler trifft diese Textpassage aus Richard O' Brien's "Rocky Horror Show" wohl besser zu als auf den britischen Musicalstar Rob Fowler.

Er sang sich bisher durch die größten Musical-Rollen wie unter anderem den Tod in "Elisabeth", den Jesus in "Jesus Christ Superstar", den Gerold in "Die Päpstin", den Berger in "Hair" oder den Dracula.
Im August ging seine dritte große Europa-Tournee mit der "Rocky Horror Show" zu Ende. Für seine rockig-laszive Interpretation des exzentrischen Wissenschaftlers Dr. Frank'N'Furter regnet es in Fachkreisen Lobeshymnen. Vergleiche mit dem legendären Tim Curry werden laut.
Im Gespräch mit dem "Wiener Journal" erzählt er über seinen ungewöhnlichen Weg vom Automechaniker zum Musicalstar, das Leben auf Tour inklusive "schöner" Angebote von Groupies, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie, Dankbarkeit als Kerntugend eines Künstlers, wie ihn ein schwerer Schicksalsschlag zu einem eigenen Stück inspirierte und über seine Beziehung zu Dr. Frank'N'Furter.

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"Wiener Journal": Wie wird man Musicalstar?
Rob Fowler: Ich war ja früher Automechaniker. Also würde ich sagen, man soll nicht nur träumen, sondern sein Ziel auch verfolgen. Mit viel Leidenschaft kann man alles schaffen. Viele Leute wollen zum Theater gehen, geben aber zu schnell auf. Egal, ob man Schauspieler, Tänzer, Sänger oder alles zusammen werden will: Man sollte herausfinden, was man am besten kann und das dann auch machen, dabei aber möglichst sogar 120 Prozent geben, nicht nur 80.

Ich kann zum Beispiel ganz gut Akustikgitarre spielen, aber ich weiß, ich bin kein James Taylor. Andererseits weiß ich, dass ich im Gesang sehr gut sein kann. Also versuche ich, da mein Bestes mit all meiner Leidenschaft auf die Bühne zu bringen. In meiner Freizeit versuche ich dann, im Gitarre spielen besser zu werden. Man kann immer an seinen Schwächen arbeiten, aber man sollte sich auf seine Stärken konzentrieren.

Es wäre auch blöd, wenn ich neun Stunden am Tag Tanzunterricht nehmen würde, denn ich weiß, dass ich nie an der Wiener Staatsoper Ballett tanzen werde. Und man muss sich Kritik auch immer zu Herzen nehmen. Es hat keinen Sinn zu sagen: "Meine Oma hat aber gesagt, ich kann singen."

Wer hat Ihr Talent entdeckt?
Als ich am Theater mit Schauspiel begonnen hatte, musste ich für die "Buddy Holly-Story" auch Kontrabass lernen. Dort habe ich jemanden singen gehört und hatte plötzlich am ganzen Körper Gänsehaut. Ich sprach ihn an und sang am nächsten Tag bei ihm vor. Er meinte, ich wäre zwar noch kein Sänger, aber meine Stimme hätte eine tolle Klangfarbe und ich würde mit meinem Herzen singen. Den Rest kann man lernen. Damals, mit 26 Jahren, hab ich damit begonnen.