• vom 10.09.2015, 16:28 Uhr

Bühne

Update: 10.09.2015, 19:19 Uhr

Interview

"Das Interesse an Neuem ist riesengroß"




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Von Christoph Irrgeher

  • Theater-an-der-Wien-Chef Roland Geyer inszeniert zu Saisonstart "Hans Heiling" - 2016 zeigt sein Haus eine "Hamlet"-Uraufführung.

Heimisch geworden: Roland Geyer, seit 2006 Chef des Theaters an der Wien, will dies über 2018 hinaus bleiben.

Heimisch geworden: Roland Geyer, seit 2006 Chef des Theaters an der Wien, will dies über 2018 hinaus bleiben.© www.lukasbeck.com Heimisch geworden: Roland Geyer, seit 2006 Chef des Theaters an der Wien, will dies über 2018 hinaus bleiben.© www.lukasbeck.com

Während das Theater an der Wien seinen Gästen gern Überraschungen auftischt, sitzt im Chefbüro eine Konstante: Seit 2006 leitet Roland Geyer das Opernhaus der Stadt, und er täte dies am liebsten über sein Vertragsende 2018 hinaus. Im Interview spricht er über seine Inszenierung der Rarität "Hans Heiling", die am Sonntag Premiere hat, eine geplante Uraufführung für das Shakespeare-Jahr 2016 und die Spartentrennung bei den Vereinigten Bühnen Wien.

"Wiener Zeitung":2012 haben Sie an Ihrem Haus erstmals Regie geführt, damals bei "Hoffmanns Erzählungen". Nun inszenieren Sie erneut und zeigen die Opernrarität "Hans Heiling". Werden Sie, neben Ihrem Job als Intendanten, zum Spezialisten für Schauerromantik?


Roland Geyer:Ich würde eher sagen, ich interessiere mich für psychologische Geschichten über zerrissene Menschen. An sich ist Hans Heiling ein verliebter junger Mann; seine Mutter, die Königin der Erdgeister, klammert sich mit aller Macht an ihn und will ihn nicht freigeben. Wenn man das zuspitzt, ergibt es einen Fall von Missbrauch. Ich habe mir zuletzt einige TV-Dokumentationen angesehen: schrecklich, wie sehr Missbrauch seine Opfer zerstören kann. Das Thema ist zwar heute kein Tabu mehr; mit Müttern als Täter ist es aber nach wie vor heikel.

Sie inszenieren Heinrich Marschners Oper (1833) also nicht mit Zaubergestalten, sondern als eine heutige Familienkatastrophe?

Erdgeister sagen uns heute wenig. Ich möchte den Stoff näher an das Publikum heranrücken, damit es die Intensität spürt. Ich werde Missbrauch zeigen, auch sexuellen.

Laufen Sie da nicht Gefahr, auf eigener Bühne ausgebuht zu werden?

Natürlich wünsche ich mir Erfolg, aber ich inszeniere nicht für den Applaus. Es ist mir ein Anliegen, mich an diesem Haus einmal im Jahr noch stärker mit einer Produktion auseinanderzusetzen als in meiner Intendanten-Rolle. Als ich mich 2012 entschieden habe, meinen Vertrag im Theater an der Wien zu verlängern(eigentlich sollte Geyer Bregenz-Intendant werden, Anm.), wurde das mit Thomas Drozda, Generaldirektor der Vereinigten Bühnen, so abgesprochen.

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2015-09-10 16:32:05
Letzte Änderung am 2015-09-10 19:19:57


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