Nina Stemme hegt Rachegelüste als Elektra in der Aufführung der Staatsoper. - © Staatsoper/Michael Pöhn
Nina Stemme hegt Rachegelüste als Elektra in der Aufführung der Staatsoper. - © Staatsoper/Michael Pöhn

Nein, für das sogenannte "Regietheater" ist Uwe Eric Laufenbergs Inszenierung von Richard Strauss "Elektra", die im März an der Staatsoper Premiere ihre hatte, keine sonderlich gute Werbung. Zu diffus kommen die Regieeinfälle daher, zu sehr bleiben ihre Beweggründe im Dunkeln. Das Gezeigte ist schlichtweg langweilig.

Wenn aber die seit Jahren bekanntermaßen verlässliche Nina Stemme im lichtschwachen Kohlekeller des Bühnenbildners Rolf Glittenberg die hochdramatische Titelpartie übernimmt, dann verliert die Optik an Bedeutung. Nur wenige Sängerinnen vermögen Elektras Rachegelüste derart überzeugend kundzutun wie die schwedische Sopranistin.

In der aktuellen Aufführungsserie wird ihr die gleichermaßen lyrische wie durchschlagskräftige Gun-Brit Barkmin als Schwester Chrysothemis zur Seite gestellt.

Stimmlich wohl etwas zu harmlos agiert Anna Larsson als gebrechliche Mutter und Gattenmörderin Klytämnestra, die von einem sonoren, an dramatischen Stellen angestrengt klingenden Matthias Goerne als Orest ebenso zur Strecke gebracht wird wie ihr Lover Aegist, der von Herbert Lippert mehr engagiert als souverän verkörpert wird.

Routinier Peter Schneider führt gewohnt sängerfreundlich durch die Partitur, das Orchester macht unter seinem Dirigat vor allem an den rein orchestralen Stellen einen großen Eindruck. Schade nur, dass der extatische Schlusstanz zwar klanglich bewegt, im Unvermögen der Regie ansonsten aber untergeht.