Gäste mit Muezzin-App

Das Grundproblem für sie bei der Migrationswelle: "Viele Österreicher wissen nicht, was das für Menschen sind, daher ihre Vorurteile." Etwa das Gerücht, dass die Syrer "alles wegschmeißen". Ein Missverständnis laut Doderer: "Das sind bescheidene Menschen – aber mit einer ganz eigenen Esskultur. Wer einmal in Damaskus war, weiß: Dort gibt es eine unglaubliche Gastfreundschaft, es biegen sich die Tische. Wehe, man isst den Teller leer, dann wird man nie fertig, weil dauernd etwas nachkommt." In Österreich seien solche Gepflogenheiten ebenso ungewohnt wie der Gedanke, dass Essen für Flüchtlinge "halal" sein muss. Dabei sei es doch nur verständlich, dass sich die Entwurzelten an ihre Kultur klammern – "sonst bleibt ihnen ja fast nichts".

Außer natürlich ihre Religion. Die hat die Komponistin sogar einmal aus dem Bett geholt. "Irgendwann in der Nacht fängt so ein Ding an zu singen", erinnert sie sich. Des Rätsels Lösung: Eine Muezzin-App, die zum Gebet rief.