Choreografen-Duo: Dominik Grünbühel, Luke Baio. - © Pufferfish
Choreografen-Duo: Dominik Grünbühel, Luke Baio. - © Pufferfish

"Ist das Kunst?", schreit die Frauenstimme aus dem Telefon. Wir sehen immer dieselbe Szene, jedesmal ein bisschen anders dargestellt, auf der Bühne des Tanzquartiers, wo Dominik Grünbühel und Luke Baio ihr Stück "side by sidetracked" uraufführen.

Das Publikum hat die Aufführung praktisch über die Leinwand betreten, zeitversetzt zeigt ein Film die Menschen auf den Eingang zugehen, so kann man sich bereits sitzend beim Eintreten beobachten. Auf der Bühne ist nicht viel mehr zu sehen als "ein Zimmer mit einem Tisch und einem Stuhl". So beginnt die Szene, in der ersten Version - nur erzählt von einer Stimme vom Band.

Effektsicher


Irgendwann verschieben sich die beiden Wände des Zimmers, verengen den Raum, werden selbst zur Leinwand. Immer wieder wechselt die Kameraperspektive, durch die die Szene auf der gegenüberliegenden Leinwand gezeigt wird. Oder läuft dort ein Film, der auf der Bühne nachgestellt wird?

Die Bewegungen von Baio und Grünbühel sind so präzise, dass man nicht zu sagen vermag, wo die Aufzeichnung endet und das Jetzt beginnt. Dabei ergeben sich spannende Effekte. Mit dem eitlen Spaß am Filmen und gefilmt-Werden hat das Wiener Choreografie- und Tänzerduo in dieser Saison bereits experimentiert. An diesem Abend wirkt das Ganze aber ein wenig zu konstruiert, um über den Effekt hinauszuweisen.

Irgendwie wollen Grünbühel und Baio auch eine Geschichte erzählen. Doch die bleibt vor lauter Verschränkung bedauerlicherweise unkenntlich.

performance

side by sidetracked

Dominik Grünbühel, Luke Baio

Tanzquartier