Immer ist etwas los - Terrormeldungen, Katastrophennachrichten, Fernsehserien, Alltagsbewältigung, Lebenspläne, die sich nicht ausgehen. Krise da, Krise dort - der Mensch kommt heute einfach nicht mehr zur Ruhe. Regisseur Martin Gruber will diese prekäre Gegenwartsdiagnose mit dem aktionstheater ensemble in einer Trilogie auf die Bühne bringen. Nach "Pension Europa", in dem ein reines Frauenensemble äußerst kraftvoll Grenzen aller Art außer Kraft setzte, und dem testosterongeladenen "Angry young men", in dem sechs junge Männer eindrucksvoll über ihr Gewaltpotenzial Auskunft gaben, versucht Teil drei eine Art Synthese: "Riot Dancer" porträtiert eine überforderte Gesellschaft auf der Suche nach Liebe.

Auf der leer geräumten Bühne im Meidlinger Werk X agieren vier Frauen und vier Männer in weißen Overalls ziemlich kopflos. Die disparaten Textpassagen nehmen viele Erzählfäden auf - es geht um Alltagsbeobachtungen, Lieblingsfilme, das Taumeln zwischen divergierenden Weltanschauungen, kollabierenden Wertesystemen und der vagen Andeutung einer möglichen Apokalypse - aber bedauerlicherweise fehlt es der 75-minütigen Performance etwas an Spannung, Schärfe und Stringenz. Scheinbar ziellos mäandern die Akteure durch ihre Monologe, dazwischen legen sie schlichte Tanzchoreographien ein oder küssen sich. Aus dem gut eingespielten Ensemble ragt Christian Rajchl hervor, wie er eine geistig und körperlich behinderte Figur verkörpert, ist überaus beachtenswert.

theater

Riot Dancer

Von aktionstheater ensemble

Martin Gruber (Regie)

Werk X

Wh.: 15., 16. Jän