Homajon und David sind in der U6 unterwegs zur Premiere in der Wiener Stadthalle. Denn: "Ich hab eine Jahreskarte der Wiener Linien und nichts zu verschenken", stellt David Haller im schicken Dreiteiler fest und erklärt damit den Verzicht auf die Limousine, den Homajon Sefat in seinem Adidas-Trainingsanzug überhaupt nicht nachvollziehen kann. Und schon sind sie mittendrin in einem hitzigen Wortgefecht, das von der U-Bahn rasch in andere Bereiche abdriftet. Denn beim gemeinsamen Betrachten ihrer Umgebung in der U6 fallen ihnen allerlei (zwischen)menschliche Unzulänglichkeiten ins Auge, an denen sie sich genüsslich reiben.

Nichts und niemand wird verschont, die hohe Politik darf ebenso ein bisschen vorkommen wie die stets ein gutes Feindbild abgebenden Gratiszeitungen oder ein grölender Polterabend, der auf Burgtheaterdeutsch nachgesprochen wird. Bei Letzterem zeigen sie eine gewisse Klasse, und auch wie sie mit ihren nichtvorhandenen Requisiten spielen, hat etwas. Vor allem zeigen sie einmal mehr, dass sie eindeutig mit Monty Python sozialisiert wurden, deren schwarzer Humor zieht sich durch das gesamte Programm, das inhaltlich recht sprunghaft ist, nach dem Motto: "Kommen wir nun zu etwas völlig anderem . . ." Auch so kann man Szenenwechsel vollziehen.

Und auch wenn man nicht genau weiß, ob es nun eine große Botschaft dieses Abends gibt und wie die lautet, so hat man doch am Ende ein bisschen was mitgenommen. Und sei es nur einer der 100 besten Tierwitze - oder das Gefühl, irgendwie von den beiden für ihre eigenen Zwecke missbraucht worden zu sein. Denn wenn sie kurz vor Schluss die nicht unbedeutenden Fragen stellen, was man dem Publikum zumuten kann, was es überhaupt hören will, und was Satire alles darf oder nicht, dann hat man irgendwie das Gefühl, dass ihnen die Antwort aber sowas von wurscht ist. Denn David Haller und (vor allem) Homajon Sefat machen sowieso ihr ganz eigenes Ding. Und es scheint, als stehen sie einfach auf der Kabarettbühne, weil es ihnen Spaß macht und nicht aus Sendungsbewusstsein oder einer anderen hohlen Phrase. Und das ist dann irgendwie wieder sympathisch.