Michal Svironis in "Dictator’s Mom" - zu sehen am 27. Februar. - © Foto: Sali Petel
Michal Svironis in "Dictator’s Mom" - zu sehen am 27. Februar. - © Foto: Sali Petel

Sind Gretchen aus Faust, Medea, Mutter Ubu und Lady Macbeth vielleicht Extremistinnen? Ihre literarischen Rollen als Angebetete, Mütter und Geliebte stellen nach wie vor vieles infrage. Beim diesjährigen Figurentheaterfestival von 25. bis 27. Februar im Wiener Kosmos Theater nehmen international bekannte Künstler aus Belgien, Deutschland, Israel und Österreich diese Klassikerinnen der Weltliteratur unter die Lupe. In seiner vierten Edition spiegelt das Festival die Vielfalt des zeitgenössischen Figurentheaters wider.

Unter dem diesjährigen Motto "Madonnen_Mütter_Mätressen" präsentiert Cordula Nossek an drei Abenden fünf Inszenierungen, die die schon erwähnten umstrittenen Frauenfiguren der klassischen Weltliteratur kritisch und unkonventionell interpretieren, Klischees temperamentvoll auf die Bühne zerren und mit zarten Füßen in High Heels breittreten.

Das Festival eröffnet am Donnerstag, 25. Februar das Ensemble Materialtheater Stuttgart & Théâtre Octobre Bruxelles mit ihrem Stück "Frauen lügen aus ihrem Leben": Sie laden mit ihrem Figuren- und Objekttheater zu einem bitter-süßen Theaterabend voll absurder Geschichten und Lieder, voll wahrer Lügen und erlogener Wahrheiten, Ungereimtheiten und Widersprüchen. Am nächsten Tag steht "Faust. Wer hat Angst vor Gretchen?" von Cordula Nossek und Frank Panhans am Programm. Sie versuchen mit Mitteln des Schauspiels und Figurentheaters eine Antwort auf die Fragen "Wie viel Böses braucht ein Mensch?" und "Wer hat eigentlich Angst vor Gretchen?" zu finden.

Frau Franzi mit "mägbess" beschließt dann das Festival am Samstag. Sie fördert interessante, vergnügliche und ungewöhnliche Aspekte der Shakespeare- Tragödie zutage.

Ferner auf dem Programm: Theater Julia Raab mit "Die Dicke - spielt Medea" und Michal Svironis "Dictator’s Mom" in englischer Sprache.


Links
Internationales Figurentheaterfestival
Von 25. bis 27. Februar im Kosmos Theater in Wien.
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