Zwei Hotelzimmer in Amsterdam. Im einen schreibt Arthur, Nichtraucher, aber dennoch an Lungenkrebs erkrankt, bei Musik aus "La Traviata" einen Abschiedsbrief an seine Familie, denn am folgenden Tag will er in einer Sterbeklinik aus dem Leben scheiden.

Im anderen bereitet die junge Witwe Claire, die Mann und Kind bei einem von ihr verursachten Unfall verloren hat, ihren Suizid vor - bei Klängen von Jim Morrison. Zu allzu lauten Klängen. Denn Arthur fühlt sich gestört, regt sich bei der Zimmernachbarin auf. Die beiden Lebensmüden kommen ins Gespräch, und alles geht anders weiter, als es geplant war.

In "Arthur & Claire", soeben an der Freien Bühne Wieden uraufgeführt, versucht der Vorarlberger Autor Stefan Vögel das Kunststück, aus zwei tragischen Geschichten eine Komödie zu fertigen. Das gelingt im ersten Teil ganz gut. Die Dialoge haben hintergründigen, oft auch makaber-grotesken Humor, etwa wenn davon die Rede ist, dass einem das Sterben nicht davonrennt. Aber nach der Pause geht dem Stück und der soliden Inszenierung von Helmuth Fischl, trotz einprägsamer Musikbrücken, zunehmend die Luft aus.

Die Hauptdarsteller sind die Pluspunkte des Abends, auch wenn vielleicht nicht alle Reinhard Hauser (Arthur) den Sportlehrer abnehmen, dessen amouröse Abenteuer seine Familie zerstört haben. Michaela Ehrenstein (Claire) kann die Stimmungsschwankungen weitgehend glaubhaft machen. Ob Menschen, die in ihrer Umgebung Selbstmorde erlebt haben, den ganzen Abend lustig finden, ist indes eine andere Frage.

theater

Arthur & Claire

Freie Bühne Wieden

Wh.: bis 12. März