Ybbs an der Donau. (maz) Sie gilt als das größte deutschsprachige Kleinkunstfestival, und Ybbsiade-Intendant Joesi Prokopetz weiß, wozu dieser Status verpflichtet: "Wir sind bis zur Selbsterniedrigung gegangen, um all diese großartigen Künstler einzukaufen." Bei diesen Künstlern handelt es sich zum Beispiel um Josef Hader, dessen Auftritt am Eröffnungsabend (1. April) natürlich längst ausverkauft ist.

Gleiches gilt (zumindest zum Teil) für die Abende der österreichischen Aushängeschilder Stipsits und Rubey, Gery Seidl und Nadja Maleh - allesamt haben schon den Österreichischen Kabarettpreis gewonnen - sowie der beiden deutschen Größen Ingo Appelt und Urban Priol.

"Dass wir Josef Hader für den Eröffnungsabend gewinnen konnten, ist für mich ein gutes Signal nach außen in Richtung anderer Künstler, dass man bei uns in Ybbs durchaus auftreten kann", meint Prokopetz, der bei der 28. Ybbsiade auch selbst auf der Bühne steht: Mit Wolfgang Ambros, Christoph Fälbl und Klaus Eberhartinger spielt er das 70er-Kultmusical "Der Watzmann ruft", das von der "Süddeutschen Zeitung" einmal als "alpine Rocky-Horror-Show" bezeichnet wurde.

Apropos 70er-Stars: Auch Willi Resetarits, dessen Karriere in diesem Jahrzehnt begann, kommt zur Ybbsiade. Gemeinsam mit Ernst Molden präsentiert er den Liederzyklus "Schdrom", den die beiden Anfang 2015 für das 20-jährige Jubiläum des Nationalparks Donauauen geschrieben haben. Und noch ein Altstar des Austropop ist in Ybbs dabei: Peter Cornelius kommt mit seiner Band.

Von "Aramsamsam" bis "Zugvögel"

Die Ybbsiade, die heuer vier Veranstaltungsorte in Ybbs an der Donau bespielt, ist also längst nicht bloß ein Kabarettfestival, sondern die Musik bildet einen wichtigen Schwerpunkt im Programm. Und so haben auch immer mehr Kabarettisten den Sänger in sich entdeckt. Herbert Steinböck und Thomas Strobl zum Beispiel singen in "Aramsamsam" vornehmlich Kinderlieder - wenn auch in Erwachsenenversionen - und üben sich auch im Bauchtanz, was schrecklichschön anzuschauen ist. Und auch bei Viktor Gernot, Andreas Steppan und Tom Schwarzmann wird mehr gesungen als gesprochen.

Überhaupt nur geswingt wird am 3. April bei der Sonntagsmatinee mit dem Jugendjazzorchester Niederösterreich. Und auch der Abschluss - eigentlich weit nach dem Ende der Ybbsiade - ist ein rein musikalischer: Julian le Play gastiert im Rahmen seiner "Zugvögel"-Tour am 28. Mai im Ybbser Donaustadion.