• vom 07.04.2016, 16:12 Uhr

Bühne

Update: 08.04.2016, 09:38 Uhr

Theaterkritik

Kalte Welt




  • Artikel
  • Lesenswert (0)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von Heiner Boberski

  • Absurder Horror: Caryl Churchills "In weiter Ferne".

Kinder, die Böses beobachten, können manipuliert werden, damit sie das Erlebte als harmlos oder sogar als positiv deuten: Frisches Blut stammt von einem Hund, geschlagen werden nur Verräter. Auch künstlerisch tätigen Menschen geht es mehr um den Kampf gegen Korruption in ihrem Betrieb und um die eigene Anerkennung als um Humanität: Während misshandelte, halbnackte Menschen mit tollen Hutkreationen auf dem Kopf zur Hinrichtung schreiten, tauschen die Hutmacher Zärtlichkeiten aus. Und im globalen Krieg geht es, angesichts ständig wechselnder Allianzen, vor allem um die Frage: Wer steht gerade auf meiner Seite?

So lassen sich, sehr gerafft, die Aussagen der drei Teile des Kurzdramas "In weiter Ferne" der gefeierten britischen Autorin Caryl Churchill zusammenfassen. Drei Personen tragen das Werk. Die junge Joan der begabten Johanna Wolff zeigt schreckhafte und nachdenkliche Züge. Als ihr Kollege und Mann Todd schwankt Matthias Mamedof gekonnt zwischen Aufbegehren und Anpassung. Der hintergründige Horror des Stückes ist bei Inge Maux als Tante Harper in den besten Händen.


Die Inszenierung von Ingrid Lang im Theater Nestroyhof/Hamakom zeigt eine kalte Welt, lässt aber auch relativ kalt. Das Anliegen des Dramas wird verständlich, aber ohne große Beteiligung der Gefühle. Wenn davon die Rede ist, dass das Wetter auf Seiten der Japaner ist, wie sich lettische Zahnärzte verhalten und ob Rehe oder Krokodile als Verbündete oder Feinde zu betrachten sind, lässt das Theater des Absurden laut grüßen.

Theater

In weiter Ferne

Theater Nestroyhof/Hamakom

Wh. bis 23. April




Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2016-04-07 16:17:05
Letzte Änderung am 2016-04-08 09:38:02


Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Am Anfang steht Horror
  2. Schickeria mit Geschichte
  3. Fulminanz trotz Zehenbruchs
  4. Kraftort des Außergewöhnlichen
  5. rumpelstilzchen
Meistkommentiert
  1. Lieber Ed, gib uns ein WC
  2. Am Anfang steht Horror
  3. "Trump ermuntert Diktatoren"
  4. auf der prossen 3
  5. "Dann lernen wir halt alle Chinesisch"

Werbung



Sean Godwells Entwurf einer Kapelle erinnert beim ersten Auftritt des Vatikans auf der Architekturbiennale in Venedig auf den ersten Blick an einen aufklappbaren Würstelstand.

Shepard Fairey vor seinem Mural am Wiener Flughafen. Eleni Foureira aus Zypern während ihres Probe-Auftritts in Lissabon. 

Das Siegerfoto mit dem Titel "Venezuela Krise", es zeigt einen 28-jährigen Mann mit brennendem Oberkörper während heftiger Proteste gegen Präsident Nicolas Maduro in Caracas im Mai 2017.  Romy Schneider wurde am 23. September 1938 als Rosemarie Magdalena Albach in Wien geboren. Die Schauspielerei ist ihr in die Wiege gelegt geworden: Ihre Eltern und sogar ihr Ururgroßvater waren Schauspieler. Ihren Künstlernamen verwendete sie kurz nach ihrer ersten Filmrolle in den 1950ern.


Werbung