Das siebente Mal gingen Irina Brooks rosarote Restaurantbilder zu Gaetano Donizettis Geschichte vom gehörnten Nicht-Ehemann, der durch des Neffen garstiges Spiel Verzicht aufs Eheleben lernt, über die Staatsopernbühne.

Der arme "Don Pasquale" - dank Michele Pertusis adrettem Schauspiel abermals mit komödiantischem Leben erfüllt - konnte seiner gewieften Braut Norina also nicht das Wasser reichen. Valentina Nafornita sprühte auch dieses Mal als Glamourgirl mit Mut zum stimmlich starken Auftritt, wobei sie die Dramatik in ihrer Stimme gekonnt drosselte. Ebenso, wie Dirigent Evelino Pidò das Staatsopernorchester in technisch einwandfreiem Rahmen hielt.

Das Spotlight des Abends lag naturgemäß auf dem Startenor: Juan Diego Flórez war abermals als sich selbst gerne einmal persiflierender Gigolo Ernesto im weißen Anzug zu erleben. Bezaubernd zart, mit viel Piano Sentiment, war seine traurige "Povero Ernesto" Kavatine erfüllt. Der "Com’e gentil" Serenade, in Noëlle Ginefri-Corbels charmanter Bühne zum humoristischen Höhepunkt ausgeweitet, wurde mit lang anhaltendem Szenenapplaus gedankt. So wie manchem intensiven Streitdialog zwischen Don und Donna Pasquale (nach wie vor spürbar frische Personenführung) oder dem gelungenen Rollendebüt von Adam Plachetka, der als debütierender Ränkeschmied Malatesta vor allem mit seiner Bühnenpräsenz punktete. Emotioneller Höhepunkt des Abends wurde im Duett zweier wirklich Liebender "Tornami a dir" die bestens aufeinander abgestimmte Begegnung Flórez/Nafornita. Bravi.