• vom 05.05.2016, 16:04 Uhr

Bühne

Update: 05.05.2016, 16:18 Uhr

Theaterkritik

Krähwinkler, hört die Signale




  • Artikel
  • Lesenswert (0)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von Petra Paterno

  • TAG-Intendant Gernot Plass überschreibt gewitzt Nestroys Revolutionsposse.

Die EU steht auf keinen Fall mehr lang. Schauspielschüler proben den Aufstand mit einer Nestroy-Bearbeitung im TAG. - © Willi Kubica

Die EU steht auf keinen Fall mehr lang. Schauspielschüler proben den Aufstand mit einer Nestroy-Bearbeitung im TAG. © Willi Kubica

Die EU steht auf keinen Fall mehr lang. Eine Revolution erfasste den ganzen Kontinent, der sich schließlich als ESU - europäisch sozialistische Union - neu erfindet. Die letzte Bastion des Kapitalismus ist die Kleinstadt Krähwinkel. Nun soll der Redakteur Ultra den Hinterwäldlern die Revolution bringen. Soweit die Ausgangsposition von Gernot Plass’ Nestroy-Überschreibung "Empört euch, Ihr Krähwinkler", die nun im Theater an der Gumpendorferstraße (TAG) uraufgeführt wurde.

Nestroy bezog sich in seinem satirischen Meisterwerk "Freiheit in Krähwinkel" unmittelbar auf die Ereignisse der 1848er Revolution, was dem Text besonders schlagenden Witz verlieh. Da Plass das kleinbürgerliche Figurenarsenal in einer fingierten Revolution verortet, fehlt es seiner Fassung etwas an Bodenhaftung.

Information

Theater
Empört euch, Ihr Krähwinkler
TAG (Theater an der Gumpendorfer Straße)
Wh.: 12. - 14. Mai, 7., 8. Juni

Passend zu dieser flirrenden Utopie, entwickelt Regisseur Plass abermitdemzwölfköpfigenEnsemble einen absichtsvoll überzeichneten Darstellungsstil, der entfernt an die Commedia dell‘arte erinnert. Die pastellfarbenen Kostüme (Ausstattung: Alexandra Burgsteller) sind launige Biedermeier-Zitate. Auf der nahezu leeren Bühne kommt es mit Piano-Begleitung (Erke Duit) auch zu überaus gelungenen Chorauftritten der Akteure - allesamt Schauspielschüler der Musik und Kunstuni der Stadt Wien. Die Spielfreude der jungen Darsteller ist mitreißend. Die Revolution mag kommen!





Schlagwörter

Theaterkritik

Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2019
Dokument erstellt am 2016-05-05 16:08:06
Letzte Änderung am 2016-05-05 16:18:28


Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Ein "Ring" fängt Feuer
  2. Salzburger Mozartwoche eröffnet mit szenischem Spektakel
  3. Pippa: Mehr Versprechen als Großtat
  4. rätsel
  5. Saarbrücken ist melancholisch
Meistkommentiert
  1. "Selbstbewusst einen lauten Schas lassen"
  2. Menasse bekommt trotz Kritik Zuckmayer-Medaille
  3. Roman unter Wahrheitspflicht
  4. "Kammermusik ist fast wie Urlaub"
  5. Exorzismus am Teufel Plastik

Werbung



Der Deutsche gab am Pult im Goldenen Saal des Musikvereins den Kapellmeister Deluxe.

Förderpreisgewinner Christoph Fritz mit Moderatorin Verena Scheitz und "vormagazin"-Chefredakteur Christoph Langecker. Peter Handke bei der Verleihung des 19. Wiener Theaterpreises "Nestroy" im Theater an der Wien. Hier mit dem Preis für sein Lebenswerk.

Neo-Viennale-Chefin Eva Sangiorgi (links) mit der Regisseurin des Eröffnungsfilms Alice Rohrwacher Sozialdemokratische Kundgebung für das Frauenwahlrecht, Wien-Ottakring, 1913


Werbung