Stefan Lasko und seine vermeintliche Persönlichkeitsstörung verstecken sich hinter der Gitarre. - © Moritz Ziegler
Stefan Lasko und seine vermeintliche Persönlichkeitsstörung verstecken sich hinter der Gitarre.
- © Moritz Ziegler

Das Debüt im Wiener Kabarett Niedermair war ausverkauft. Und so bekam ein voller Saal in Stefan Laskos erstem Soloprogramm "Ein Freudianer kennt seinen Schmerz" (Regie: Tobias M. Draeger) Einblicke in dessen (angebliches) Leben. Von der Geburt bis auf die Couch von Sigmund Freud. Aus der für ihn erhofften Tenniskarriere wurde nichts. Die Spielversuche auf einem Tennisplatz in Maria Lanzendorf – Lasko beschreibt den Ort nahe der Hauptstadt durchaus treffend als "größte Lagerhalle Wiens" – endeten im Fiasko. Wie ein Rockmusiker sein Hotelzimmer, so vernichtete Lasko seinen Spielschläger. Später scheiterte er ebenso bei seinen Kindern, die ihn in den Wahnsinn treiben. Und als wäre das alles nicht genug, gibt es auch noch die Einkaufsstraße mit ihren Konsumtempeln. Und so führt er ein Leben im Rausch, voller Diskrepanzen und geprägt von einer vermeintlichen ängstlichen Persönlichkeitsstörung, so wie er es beschreibt.

Der gebürtige Wiener spielt sein Programm mit einer solchen Inbrunst, dass man nur hoffen kann, er möge nicht kollabieren. Rasant, eben wie im Rausch, geht es durch den Abend. Dabei fällt es ihm allerdings schwer, den roten Faden in der Hand zu behalten. Dafür wird das Gesprochene immer wieder durch musikalische Einlagen aufgelockert. Schließlich war Stefan Lasko Gitarrist bei der Wiener Band Mondscheiner und ist derzeit Frontmann der Formation Lasko.

Auf Freuds Couch liegend versucht er, der Freudianer, dann Ordnung in sein Leben zu bekommen. Redet über sich - oder besser: lässt das Über-Ich über sich reden. Über sein Leben im Rausch, das er auch in einen Song verpackt hat. Kabarettistisch wäre bei den gestreiften politischen Themen mehr Tiefgang und Aktualität wünschenswert, dafür gibt es immerhin gute Sickerwitze. Generell prägen die Songs, die er auch in der Formation Lasko spielt, den Abend. Die Zeit wird zeigen, ob Stefan Lasko im Kabarett ähnliche Erfolge feiert wie sein Kollege und damaliger Mondscheiner-Sänger Manuel Rubey. Für ihn war es allemal ein gelungener Einstand.