Ein Repertoireabend, der es in sich hatte: Nicht nur, weil Don Pasquale, der überwuzelte Titelheld, der bald vom jungen Eheleben geheilt wird, wieder einmal so herrlich neben der Wirklichkeit lag. "Ich will, sag hier nur ich": Wer es glaubt, wird selig.

Enormen Unterhaltungswert bei exzellenter Stimmführung verbreitete erstmals in der zuckersüß-pinken Neuinszenierung von Irina Brook Ensemblemitglied Ambrogio Maestri. Was für einen herrlich Gefoppten er gab!

Die Rechnung - es geht gleich weiter im Ensemble - hatte er wohl ohne die lebhafte, impulsive und exzellent präsente Norina gemacht. Mit ihrem Diskant aus Stahl strahlte Andrea Carroll mit der Discokugel des Bühnenbildes (Noëlle Ginefri-Corbel) um die Wette. Unterstützt bei ihrem Kampf um den angebeteten Ernesto (hervorragendes Rollendebüt von Jinxu Xiahou, auch wenn er etwas akademisch, jedenfalls solide in seiner "Com’è gentil" Cavatine auftrat) wurde sie von einem ebenso raffinierten Dottore Malatesta. Mario Cassi hatte die Situation des trickreichen Verwirrspiels bestens unter Kontrolle - das "Cheti, cheti immantinente"-Duett zwischen ihm und Freund Pasquale wurde zum Höhepunkt des Abends.

So wie das inspirierte und offenbar inspirierende Dirigat von Marco Armiliato: Der Maestro holte allen Belcanto aus Staatsopernorchester und Chor. Trotz hoher Außentemperaturen stand der gelungene Abend keinesfalls unter den schattigen Vorzeichen der Sommerpause.

oper

Don Pasquale

Von Gaëtano Donizetti

Mit Ambrogio Maestri, Andrea Carroll, Jinxu Xiahou u.a.

Wiener Staatsoper