Zwei Vollweiber in Latzhosen und ein alternder Rockstar: Eva Maria Marold, Nadja Maleh und Wilfried Scheutz im Stadtsaal Wien. - © Stadtsaal Wien/Ernesto Gelles
Zwei Vollweiber in Latzhosen und ein alternder Rockstar: Eva Maria Marold, Nadja Maleh und Wilfried Scheutz im Stadtsaal Wien. - © Stadtsaal Wien/Ernesto Gelles

22 Jahre hat Georg Ringsgwandls Rockmusical "Die Tankstelle der Verdammten" jetzt schon auf dem Buckel, doch die Geschichte um Modernisierungsgewinner und -verlierer ist in ihrer Zeitlosigkeit immer noch gültig. Und immer noch bedrückend. Das liegt nicht nur am stilechten Bühnenbild mit halben Autos, die mindestens genauso alt wie das Stück sind.

Denn in den knapp zweieinhalb Stunden wird nicht nur viel gesungen, sondern noch mehr gelitten. Eva Maria Marold verausgabt sich als Fee auf Rollschuhen. Nadja Maleh leidet eher still als naives Trutscherl Angie, das immer noch an den abgehalfterten Rockgitarristen Chuck (Wilfried Scheutz legt seine Rolle hoffentlich nicht zu autobiografisch an) glaubt. Chuck wiederum legt sich mit dem Geldeintreiber Prittwitz an (Ex-Russkaja-Schlagzeuger Titus Vadon stilecht in Schlangenlederschuhen) und arbeitet am Herzinfarkt, während sein Bruder Ivo (Erwin Bader glaubwürdig als Alkoholiker) gepfändet wird.

Sehr viel mehr Story gibt es eigentlich nicht. Aber das Stück lebt sowieso vom Spiel, und das ist intensiv. Da werden noch echte Zigaretten geraucht und echtes Bier aus der Dose verspritzt. Die Polka Punks (Vadon, Bader und Harald Baumgartner) malträtieren ihre Instrumente, wenn sie nicht gerade Figuren spielen. Und dass Wilfried heiser ist, wirkt fast schon wieder stimmig.