Doris Uhlich und Michael Turinsky. - © Theresa Rauter
Doris Uhlich und Michael Turinsky. - © Theresa Rauter

Langsam zieht Michael Turinsky mit seinem elektrischen Rollstuhl Schleifen. Das zuvor aufgekratzte Publikum des brut wird ruhiger. Just in jenem Moment der konzentrierten Stille beginnt ein leises Wummern: Techno-Beats erleben ein sanftes Crescendo. Es ist Doris Uhlich, die die Beats auf ihrem Mischbrett im rechten hinteren Eck der Bühne schließlich zum Hämmern bringt.

"Ravemachine" heißt nun der dritte Teil ihrer Techno-Reihe nach "Universal Dancer" und "Boom Bodies" und wurde am Donnerstag uraufgeführt. Auch hier gelingt es der heimischen Performerin, zu überraschen. Kein leichtes Unterfangen, da in Trilogien oft nur der erste Teil wirklich Neues zu bieten hat. Natürlich gibt es bewusst eingesetzte Performance-Elemente, die die Stücke verbinden: die Techno-Musik und Uhlichs ausladende Grooves, die ihren ganzen Körper zum Schwingen, ja, zum Raven bringen. Der Beat übernimmt scheinbar das Körperkommando. Ebenso bei Turinsky: Der Philosoph und Performer tanzt stehend, dann auf Knien so mitreißend zu den Rhythmen, dass einige Zuseher nur mit Bemühen sitzen bleiben - die Sitzreihen wanken gefährlich im Takt.

Die Ekstase gipfelt in einem brutalen Demolieren eines Rollstuhls und in einem Herumstampfen in pinken Megaplateau-Stiefeln. "My body is your body" heißt es dann nicht nur verbal. Die beiden kopieren ihre Bewegungen und verschmelzen schließlich zu einer Fleischmasse. Die Musik im kahlen Raum verstummt. Wo beginnt ihr Körper? Wo endet seiner? "I body you, you body me" sang DJane Uhlich zuvor. Klar verständliche Statements, die sich, auch ganz ohne Programmheft, selbst erklären: Das sind Uhlichs Stärken.

Performance

Ravemachine

Doris Uhlich (Choreografie)

Mit Doris Uhlich, Michael Turinsky

Brut

Wh. am 24. Oktober