Mit der luftigen Querflöte bevölkern singende Vögel die Blumenwiese, der spöttische Laubfrosch tritt als ebensolche Trompete auf, die Pferdemutter ist ein gewichtiges Bass-Saxophon, das Nilpferd eine imposant stampfende Tuba.

Es sind abwechslungsreiche, treffsichere wie klassische Klangzuschreibungen, die Georg Friedrich Haas für die Vertonung des Kinderbuch-Klassikers von Mira Lobe gewählt hat. Jedem Tier, das das kleine, bunte und namenlose Wesen danach fragt, wer es denn sei, hat der Komponist ein Soloinstrument zugeordnet, das aus einem fast durchgängig flirrenden Streicher-Klang hervortritt. Haas hat Lobes Text selbst nicht vertont, sondern für einen sprechenden Erzähler (sehr gut: Peter Gruber) einen recht düster-bedrohlichen Klangteppich gewoben, aus dem die Solisten hervorblitzen. Bei diesem Grundklang greift Haas sehr tief in die Dramatik- und Bedrohungskiste und unterlegt die Geschichte mit einer teils anstrengenden Theatralik.

Bei der szenischen Uraufführung im Rahmen von Wien Modern überlagerte die musikalische Ebene - realisiert vom konzentrierten Klangforum Wien unter Bas Wiegers - den Text immer wieder. Die Inszenierung von Michael Scheidl hat mit Franziska Adensamer eine beredte pantomimische Hauptdarstellerin und bleibt mit wenigen Kostümen und schlichten Videos sehr nah an der Illustration der Buchvorlage. Ein schöner Wiedererkennungseffekt für die Kinder. Insgesamt kurzweilige und stimmige, jedoch musikalisch überladene 40 Minuten.