Bei den Kindern ist viel vom Tod die Rede. - © Multanen/Volkstheater
Bei den Kindern ist viel vom Tod die Rede. - © Multanen/Volkstheater

Die grüngelbweißen Ganzkörperchen-Trikots hauteng wie für Kampfschwimmer, auf jeder Brust eine Nummer: Die acht Kinder im "Volx" am Margaretengürtel gleichen dem Unisex-Nachwuchs in Space-Fiction-Serien. Sie rennen, hüpfen, schleichen, stellen sich tot. Doch schmeckt bald - ob Leni Riefenstahl oder Spartakiade - nach militärischem Drill, sobald begeisterte Gruppen in rhythmische Bewegung gezwängt sind. Das emanzipatorische Mitspieltheater der Achtziger, Neunziger setzte auf Lockerung, Witz, Ungehorsam, rotzige Anarchie. Im "Dschungel Wien" im Museumsquartier lebt es liebevoll betreut weiter.

Das "Junge Volkstheater", eine Firma in der Firma, wählte ein vertracktes Gegenmodell. Manierliche Kinder tanzen in TV-Hero-Dressen wie nach der Pfeife, Politprogrammatik wird aus dem Lautsprecher und von der Bildwand zugespielt: bekannte Klagen von Attac, Greenpeace etc. Vom Tod ist viel die Rede. Ein Andersen-Märchen liefert das Apropos dafür: "Das Mädchen mit den Schwefelhölzern". Das wärmt sich an der Ware, die ihm zu Weihnachten niemand abkauft. Von Geborgenheit und Glück fantasierend erfriert es vor den Fenstern der Reichen.

In ihrer "choreografischen Stückentwicklung" will die Schweizerin Salome Schneebeli zugleich Kinder und Erwachsene bedienen. Die Kleinen sollen kollektiv und manchmal solo ausdrücken, wovon ein armes Kind träumt. Drei Profis helfen live mit Musik und Clowneske nach. In Videos von Heta Multanen bringen sie Andersens Dichtung berührender und die aktuelle Zeitkritik komischer zum ausgewachsenen Publikum. In der Premiere die hellauf begeisterten Eltern.