Foto: Graph Art Line e.U.
Foto: Graph Art Line e.U.

Jeder kennt die leise Stimme im Hinterkopf, die vor lauernden Gefahren warnt. Bei Pepi Hopf hat sie einen Namen: Karli. Und weil Karlis Aufmerksamkeit evolutionsbedingt noch stark auf hungrige Säbelzahntiger und übellaunige Mammuts gerichtet ist, sind wir heutigen Gefahren - wie Phishing-Mails, eifersüchtigen Ehefrauen oder Karies - hilflos ausgeliefert. Hopf führt sein Publikum durch seine ganz persönliche Phobienwelt - von der kindlichen Angst vor dem Schwarzen Mann über die Furcht, beim Fischen an Langeweile zu sterben, bis zur Sorge, dass das sexuelle Wollen das Können überdauert.

Wobei Hopfs Karli ganze Arbeit leistet und ihm unter anderem eine Lokusexterritorialphobie eingepflanzt hat. Klogänge werden damit außerhalb der eigenen vier Wände unmöglich - besonders spaßig auf längeren Reisen. Dagegen ist eine Anatidaephobie (die Angst, von Enten beobachtet zu werden) fast schon Kinderkram.

Im Spiegel des Hofnarren


Hopf gibt den lockeren Familienvater, der mit sonorer Stimme und im Wiener Dialekt plaudert. In scheinbar spontanen Episoden aus seinem Leben, die nahtlos und ungekünstelt ineinander übergehen, transportiert er mit viel Humor und Wortwitz allerlei Nachdenkliches. Ähnlich einem Hofnarren, der scherzend dem Volk einen Spiegel vorhält.

Den Stoff für seine Anekdoten und Gedankengänge liefert Haringsee, Hopfs Wohnort und buntes Biotop menschlicher Irrungen und Wirrungen. Da gibt es den Hömerl, dessen Karli die Lernkurve einer Assel hat, oder die Stammtischler, die davon überzeugt sind, dass der islamistische Terror nun Haringsee im Visier hat - nach New York, Paris und Brüssel ist ja die 1700-Seelengemeinde im Marchfeld das logische nächste Ziel. Mit seinen Alltagsgeschichten will sich Hopf aber nicht über seine mehr oder weniger spießigen Mitbürger lustig machen, sondern aufzeigen, dass in jedem von uns Ängste stecken: sowohl rationale, weil überlebenswichtig, als auch übertriebene.

Zum Schluss beweist er sein großes Improvisationstalent und rapt aus vom Publikum zugeworfenen Begriffen eine Zugabe. Ein gelungenes Ende eines mehr als gelungenen Kabarettabends.

Pepi Hopf: Der Seelentröster

Nächste Termine: 27. Dezember, 3. und 10. Jänner Kabarett Niedermair

Alle Termine