• vom 29.12.2016, 15:54 Uhr

Bühne

Update: 29.12.2016, 16:10 Uhr

Oper

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Von Judith Belfkih

  • "Don Giovanni" mit Erwin Schrott im Theater an der Wien.

Spielt mit der Rolle des Don Juan: Erwin Schrott

Spielt mit der Rolle des Don Juan: Erwin Schrott© Armin Bardel Spielt mit der Rolle des Don Juan: Erwin Schrott© Armin Bardel

Erwin Schrott und die Figur des Don Giovanni sind über die Jahre zusammengewachsen, in einander geflossen, mit einander verschmolzen. Und so passt auf der Bühne zwischen die beiden auch kein Blatt. Das Resultat, das sich am Samstag noch ein zweites Mal im Theater an der Wien überprüfen lässt: Schrott spielt die Rolle des ewigen Verführers nicht einfach nur, er spielt mit ihr. Sein Bariton ist geschmeidig, sitzt in allen Lagen gut und verfügt über - mitunter etwas brachiale - Klangkraft. Das paart er mit einer umtriebig virilen und gleichzeitig lässigen Bühnenpräsenz. Er hat den Giovanni stimmlich wie darstellerisch mittlerweile im kleinen Finger parat. Man kann die Partie sicher differenzierter oder abgründiger anlegen. Viel überzeugender kann man sie aktuell jedoch kaum besetzen.

In der sehr musikalisch und detailliert gearbeiteten sowie äußerst stringenten Inszenierung von Keith Warner - er wählt ein Hotel als Schauplatz - ist Schrott das szenische wie vokale Zentrum. Der Leporello an seiner Seite in dieser lohnenden Wiederaufnahme zum Zehn-Jahres-Jubiläum des Hauses ist Jonathan Lemalu - humoristisch und stimmlich sonor, aber etwas schwerfällig. Bei den Damen sticht Jane Archibald als klare und elegante Anna mit wunderbaren Pianissimi hervor. Mari Eriksmoen ist eine erfrischende Zerlina. Jennifer Larmore hat ihre Glanzzeiten als Donna Elvira nicht mehr vor sich. Tareq Nazmi überzeugt als Masetto, Martin Mitterrutzner ist ein lyrischer, jedoch schwacher Ottavio. Der schlanke, helle Klang des Mozarteum Orchesters passt gut ins Haus. Ivor Bolton am Pult führt sie alle mit Bedacht und Umsicht durch die Partitur.

Information

Oper
Don Giovanni
Theater an der Wien
Wiederholung 31. Dezember

Was allen Beteiligten gemeinsam gelingt: Einen in sich stimmigen, pointierten und sehr vitalen Opernabend zu gestalten. Allein das ist selten genug.





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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2016-12-29 15:59:05
Letzte nderung am 2016-12-29 16:10:48



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