Flüsterzweieck beißen einander in den Arm, während sie einen Sketch spielen. - © Moritz Ziegler
Flüsterzweieck beißen einander in den Arm, während sie einen Sketch spielen. - © Moritz Ziegler

Ein ausgezeichnetes Kabarettprogramm braucht Handlung, eine Prise Politik, eine Messerspitze Gesellschaftskritik und Protagonisten mit schauspielerischem Talent, um des dem Publikum zu servieren. Kein Zweifel, Ulrike Haidacher und Antonia Stabinger alias Flüsterzweieck – die beiden kennen sich seit der Schulzeit und spielen nun bereits ihr viertes abendfüllendes Programm – verfügen über schauspielerisches Talent. Ein struktureller Rahmen ist bei ihrem aktuellen Programm "Stabile Eskalastion" allerdings schwer zu erkennen (zumindest für den Schreiber dieser Zeilen).

Da wäre die eine, Ulrike Haidacher, für die ist alles fad, und sie ist schlechtgelaunt. Am liebsten würde sie auf ein Begräbnis gehen, aber ohne dass jemand dabei sterben muss. Oder vielleicht auch heiraten. Aber eigentlich ist alles fad. Ihr Konzept für den Abend besteht hauptsächlich aus einer Flasche Bier. Antonia Stabinger hingegen findet alles geil. Sie ist die Gutgelaunte. Dass das nicht funktioniert, versteht sich von selbst. Eine "Stabile Eskalation" ist die unweigerliche Folge dieser beiden Pole. Und im Zuge dieser Eskalation wird das anfängliche Konzept vernichtet.

Mit gespielter Improvisation versucht das Duo, dem Publikum einen Ersatz zu liefern. Und mit Pantomimen und Sketchparaden bringen sie es durchaus zum Lachen. Der Abend ist durchgedreht, abgefahren und verrückt. Die Frage der Sinnhaftigkeit stellt sich beispielsweise, wenn die beiden Protagonistinnen einander in den Arm beißen und nebenbei einen Sketch zum Besten geben. Natürlich hat Flüsterzweieck ein wenig politische und gesellschaftliche Kritik im Gepäck, eine weitreichende Botschaft jedoch nahm man am Premierenabend nicht mit nach Hause. Am Ende gab es dann aber doch noch einen Schluck vom Konzept und – wie es sich für eine Premiere gehört – den verdienten Applaus.