Michaedl Rosenberg sucht nicht nur nach seinen verlorenen Träumen, sondern auch nach dem großen Warum, das über allem schwebt. - © www.michaelrosenberg.at
Michaedl Rosenberg sucht nicht nur nach seinen verlorenen Träumen, sondern auch nach dem großen Warum, das über allem schwebt. - © www.michaelrosenberg.at

Michael Rosenberg hat zur Trauerfeier geladen. Zu Grabe getragen werden seine Träume, Ideale und Sehnsüchte. Weil er sie nicht mehr braucht. Denn zu lange ist er ihnen wie sein Vorbild Don Quijote hinterhergejagt, bis am Ende die Windmühlen gewonnen haben, wie es scheint.

Oder macht er vielleicht doch einen Fehler, wenn er seine Träume loslässt? Sollte er sie vielleicht doch noch nicht abschreiben? Und sich ihrer besinnen, vor allem der Träume aus seinem früheren Leben als Tanne, die ein Christbaum werden wollte? Und deren Wunscherfüllung am Ende doch nicht befriedigend war? Gut, an dieser Stelle wird es ein wenig absurd, aber auch sehr unterhaltsam, wenn Rosenberg sich in einen Baum versetzt und dabei gleichzeitig eine Integrationsparabel erzählt. Denn mitten in den Nadelwald trägt ein Vogel einen Buchensamen. Und man kann sich an einem Ast, äh an einer Hand, ausrechnen, wie die Tannen, Fichten und anderen Nadelbäume auf sowas reagieren. Doch damit nicht genug trifft Rosenberg nach seiner Wiedergeburt genau diese Buche noch einmal.

Mehr wird an dieser Stelle über seine Existenz als Baum nicht verraten. Nur, dass es sehr wohl auch philosophisch und nachdenklich wird. Denn Rosenbergs Programm ist zwar voller Gags, aber auch voller liebevoll eingebetteter Hinweise auf Nachdenkenswertes, denen man ruhig folgen darf, ohne dabei auf den (Achtung Wortwitz!) Holzweg zu geraten. Und wenn es hilft, dabei auch Bäume zu umarmen, nur zu! Denn die sind schließlich auch nur Menschen. Oder so ähnlich. Auf jeden Fall ist Rosenbergs Programm erlebenswert. Warum? Weil's einfach so ist.